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Familien mit geringem Einkommen müssen bangen

Die Zolliker Kinderkrippe streicht subventionierte Plätze. Das Nein zum Budget erschwert die Suche nach einer Lösung für Betroffene.

Krippenplätze Von Marius Huber Zollikon – In einer der reichsten Gemeinden des Kantons steht die Adventszeit für Familien mit geringem Einkommen dieses Jahr unter einem schlechten Stern. Rund 40 Zollikerinnen und Zolliker haben kürzlich ohne Vorwarnung die wenig frohe Botschaft erhalten, dass die subventionierten Krippenplätze für ihre Kinder per 1. Februar gestrichen werden. Niemand habe ihnen den Grund dafür erklären können, sagt Lukas Schmocker, ein betroffener Vater, und niemand habe sagen können, wie es jetzt weitergehe. Zusätzlich verunsichert sind die Eltern, weil die Gemeindeversammlung vor drei Tagen das Budget fürs kommende Jahr zurückgewiesen hat, um den Gemeinderat zu einem sparsameren Umgang mit den Steuergeldern anzuhalten. «Die Situation ist sehr schwierig für uns», sagt Schmocker. Seine Partnerin und er bringen ihre beiden Kinder an zwei Tagen pro Woche in die Krippe im Zollikerberg, die als einzige Geld von der Gemeinde bekommt. Jetzt geht es für das Paar darum, ob es dafür bald 2000 Franken pro Monat bezahlen muss – das wäre doppelt so viel wie bisher und würde für das Budget der Familie ins Gewicht fallen. Ursache des Problems ist eine Meinungsverschiedenheit zwischen der Gemeinde und dem Verein, der hinter der Kinderkrippe steht. Dabei geht es um die Bedingungen der weiteren Zusammenarbeit. Der Zwist führte so weit, dass der Gemeinderat Ende November ausgerechnet jenes Traktandum aus der Gemeindeversammlung kippte, das die subventionierten Krippenplätze für die Zukunft hätte sichern sollen. Krippe braucht mehr Geld Beabsichtigt war, dass die Krippe aus der Gemeindekasse forthin pro Jahr bis zu 600 000 Franken bekommt – verbunden mit dem Auftrag, damit gezielt Familien mit tiefem Einkommen zu entlasten. Zudem hätte die Krippe rückwirkend auch für Leistungen in den vergangenen Jahren entschädigt werden sollen. Bisher bekam die Krippe 250 000 Franken pro Jahr zugesprochen. Dieser Betrag war vor über zehn Jahren ausgehandelt worden, als das Platzangebot nicht mal halb so gross war wie heute. Die Krippe hat fest mit dem zusätzlichen Geld aus der Gemeindekasse gerechnet: Im Budget für 2012 war es jedenfalls bereits enthalten. Weil die neue Subventionsregel jetzt aber für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt ist, hat sich die Krippenleitung offenbar entschieden, die vergünstigten Plätze ganz aus dem Angebot zu nehmen. Von-seiten der Krippe mochte dies gestern niemand kommentieren. Reden darf allein die Vereinspräsidentin, und diese war nicht zu erreichen. Gemeindeschreiberin Regula Bach will den Verantwortlichen der Krippe kein politisches Kalkül unterstellen. Der Entscheid sei wohl aus wirtschaftlichen Gründen gefallen, sagt sie. Dem Gemeinderat sei aber bewusst, dass die Situation für die betroffenen Eltern schwierig sei. Er suche deshalb das Gespräch mit der Krippenleitung. Allerdings sei der Handlungsspielraum nicht gerade grösser geworden, nachdem das Budget für 2012 zurückgewiesen wurde. Ein neues Budget kommt voraussichtlich erst im März vors Volk. Unabhängig davon soll sich laut Bach binnen zweier Wochen zeigen, ob man betroffenen Eltern eine Lösung bieten könne. Das wäre gerade noch rechtzeitig auf Weihnachten hin.

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