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Fehraltorfer Partikelfilterhersteller expandiert nach China

Baumot-Geschäftsführer Marcus Hausser hat vor dem Schritt nach China Respekt – und ist doch zuversichtlich

Von Elena Ibello Fehraltorf – Die Fehraltorfer Firma Baumot stellt Russpartikelfilter her. Ihre Produkte filtern bis zu 99 Prozent der Russpartikel aus der Luft, die den Motor verlässt. Bisher sorgten die Filter in verschiedenen Ländern für saubere Luft, erstmals sollen sie gegen die Luftverschmutzung in Chinas Grossstädten ankämpfen. Die Produkte von Baumot sind vor allem im Ausland gefragt. Die Schweiz ist für die Firma mit ihren weltweit rund 50 Mitarbeitenden – davon etwa die Hälfte in Fehraltorf – zwar noch immer ein wichtiger Markt, aber langfristig zu klein. Deshalb hat Baumot zahlreiche Niederlassungen auf verschiedenen Kontinenten eröffnet. Satte 80 Prozent der Geschäfte verrichtet der Filterhersteller mit einem Jahresumsatz von 20 Millionen Franken im Ausland. Chinesische Kultur kennen Für ein Unternehmen dieser Grösse ist das Expandieren nach China ein ehrgeiziges Vorhaben, denn das Land ist ein hartes Pflaster für Neueinsteiger. «Man muss die chinesische Kultur kennen und erahnen können, wie die Leute dort denken, muss sich mit der Historie und mit den Aktualitäten des Landes intensiv auseinandersetzen», sagt Marcus Hausser, Geschäftsführer von Baumot. Es gebe ungeheuer viele kulturelle Fallstricke, die man umgehen müsse. Seit einem Jahr reist Hausser darum regelmässig nach Shanghai und pflegt die Kontakte, die er dort aufgebaut hat. Dabei wird er von einem Berater unterstützt, der die chinesische Kultur kennt. Dadurch sei es ihm gelungen, mit den richtigen Leuten Kontakt aufzunehmen. «Mittlerweile führen wir sehr konkrete Gespräche mit mehreren Busunternehmen und Fahrzeugherstellern, um mit ihnen unser Joint Venture auszubauen», sagt der Baumot-Geschäftsführer. Erste Testfilter eingebaut Hausser will bald in Shanghai mit seinen Partnern ein gemeinsames Büro eröffnen. Bereits wurden erste Filter zu Testzwecken in Fahrzeuge eingebaut. Fortschritte, über die sich Hausser freut – auch wenn ihm Euphorie fernliegt. «Diese Geschäfte muss man langsam angehen», sagt er. Man könne nicht von denselben Gepflogenheiten ausgehen wie bei Geschäftsbeziehungen in der Schweiz. «Ein chinesischer Busbetreiber kann die Wartung des Filters beispielsweise kaum auf genau dieselbe Art erledigen wie ein Schweizer Busbetreiber. Mit solchen Dingen gilt es umzugehen.» Hausser ist aber zuversichtlich für seine Geschäfte in China: «Der politische Wille, die Luftqualität zu verbessern, ist gross.»Gross ist aber auch das Potenzial des chinesischen Marktes. Allein die Stadtverwaltung von Shanghai betreibt 35 000 Busse – so viele, wie in der gesamten Schweiz unterwegs sind. Hausser schätzt die Zahl der ausländischen Mitbewerber auf sechs bis acht Firmen. Baumot gehört dabei zu den kleineren Anbietern. Darum versuchen sich die Fehraltorfer mit einem spezialisierten Produkt abzuheben. Partikel werden verbrannt Die Filter des Kleinunternehmen unterscheiden sich von den anderen dadurch, dass darin die gefilterten Russpartikel verbrannt werden. Russpartikel benötigen Platz, und ein Filter an einem Fahrzeug kann nicht unendlich gross sein. In Aschenform benötigen die Partikel deutlich weniger Platz. Die Partikel werden deshalb verbrannt. «Dazu sind aber einige technische Kniffe nötig», verrät Hausser. Russpartikel verbrennen erst ab etwa 600 Grad – einer deutlich höheren Temperatur als die üblichen Abgase eines Dieselmotors. Die Tüftler der Firma im Zürcher Oberland entwickelten deshalb eine spezielle Filterbeschichtung. Sie macht es möglich, dass die Partikel im Filter bereits ab etwa 200 Grad verbrannt werden können.Die Pläne von Baumot im Reich der Mitte bedingen eine fortlaufende Kontaktpflege, einerseits zu den Wirtschaftspartnern, andererseits zu den politischen Behörden. Deshalb will Marcus Hausser bald schon lokal Mitarbeitende einstellen. «Wir möchten so viel wie möglich mit unseren eigenen Leuten machen. Man kann nicht immer Partner schicken, sondern muss persönlich in Kontakt treten», ist Hausser überzeugt. «Nur so können wir auch eine hohe Qualität bieten.» Und Qualität ist unter dem Label Swiss Technology das wohl gewichtigste Verkaufsargument für die Baumot-Filter.

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