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Freihaltezone für ein Moor und eine Firma opfern

Ein riesiges Dach soll in Wallisellen ein benachbartes Feuchtgebiet bewässern.

Von Christian Wüthrich Wallisellen – Ein «monströses Dach» sei das geplante Ding, am Rande des Walliseller Mooses, ärgerte sich SP-Kantonsrat Ruedi Lais an der Gemeindeversammlung von Dienstag in Wallisellen. Genützt hat aber weder sein Ärger noch sein Aufruf zum sorgsamen Umgang mit einer Freihaltezone in der Gemeinde: Mit 83 Prozent Ja-Anteil sprachen sich die Anwesenden nach einer teils gehässigen Diskussion dafür aus. Selbst der Fussballklub hatte im Vorfeld auf seiner Website dazu aufgerufen: «Unterstützen sie einen wichtigen Sponsor und Arbeitgeber (. . .) und stimmen sie für den privaten Gestaltungsplan.» Gemeint ist die Transport- und Recyclingfirma K. Müller AG. Sie will mit einem privaten Gestaltungsplan ein Gelände, das heute als Parkplatz und Sammelort für Abfälle dient, überdachen. Damit kann das Unternehmen den Platz besser nutzen, gleichzeitig entsteht mit der riesigen Dachfläche eine neue Wasserquelle für das angrenzende Moor. Dieses zählt zu den Hochmooren von nationaler Bedeutung. In Wallisellen sei das schon immer so gelaufen, meinte Lais nach der Versammlung. Er habe sofort gemerkt, dass die Stimmung im Saal gegen ihn sei, als er sich erhoben habe an jenem Abend. Als erfahrener Politfuchs könne er mit der Niederlage umgehen, störend sei einzig die Art und Weise. Zähes Ringen beim Kanton Am meisten störte sich Lais daran, dass ein Bauprojekt neben einem bedeutenden Hochmoor als Naturschutz verkauft werde, obwohl das Problem mit der gerne zitierten Wasserknappheit damit nicht gelöst sei. Es handle sich faktisch um eine Einzonung, die der involvierten Transportfirma Vorteile verschaffe. «Es war ein zähes Ringen um eine Lösung – auch innerhalb der vier involvierten Ämter auf Kantonsseite», sagte Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Die Lösung sei «aussergewöhnlich», räumt er ein. Maag spricht von einer dreifachen Win-Situation. Kanton, Gemeinde und Unternehmen seien mit dem privaten Gestaltungsplan zufrieden. Durch das 13,5 Meter hohe und 7000 Quadratmeter grosse Dach wird dereinst sauberes Wasser ins Moor geleitet.

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