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Freikirche übernimmt Eventdome

Der Hombrechtiker Internetpastor Erich Engler verkündet seine Botschaft bald in einem riesigen Zelt.

Von Sarah Gaffuri Hombrechtikon/Rapperswil-Jona – Die Familienkirche Rapperswil-Jona wurde bisher öffentlich kaum wahrgenommen. Jetzt tritt sie mit einer spektakulären Investition ins Rampenlicht: Für 900 000 Franken kauft sie dem Hotel Seedamm Plaza in Pfäffikon den Eventdome ab. Dieses riesige Zelt wird abgebrochen und mitsamt Equipment nach Bubikon verfrachtet. Dort wird es als «Church Dome» wiederauferstehen. 5 Millionen Franken soll das Projekt kosten, finanziert aus Spendengeldern: «Das meiste davon steuern die rund 200 Mitglieder der Kirche bei», erklärt Pastor Erich Engler aus Hombrechtikon. An die 150 Personen finden sich jeweils zu den Gottesdiensten im Seedamm Plaza ein. Über das Internet werden die Feiern ins deutsche Heilbronn übertragen, wo weitere 50 Personen teilhaben. Die ganz grosse Anhängerschaft hat die Familienkirche aber im Internet: Rund 40 000 Downloads von Video- und Audiodateien verzeichnet die zugehörige Website Internetkirche.com pro Monat. Ein grosser Teil der Fans kommt aus Südamerika. Dort erreicht die Familienkirche laut Pastor Engler rund eine halbe Million Leute. Pro Jahr, erklärt er, kommen über das Internet etwa 100 000 Franken Spenden zur Freikirche. «Säen, um zu ernten» Dennoch: 5 Millionen sind eine Menge Geld. Dass das Projekt aber umgesetzt werden kann, erklärt sich Engler mit dem Prinzip von Säen und Ernten, nach dem die Kirche arbeitet. «Alle CDs und Schriften oder Downloads, die wir anbieten, verkaufen wir nicht, sondern verschenken wir.» Das wäre das Säen. Die Ernte ergibt sich dann daraus von alleine. Zudem habe die Kirche fleissig gespart in den letzten Jahren: «Wir mussten nie ein eigenes Gebäude unterhalten, sondern mieteten uns nur immer für zwei Stunden pro Woche ein.» Ausserdem lehrt auch die Familienkirche das Prinzip des Zehnten: Laut verschiedenen Bibelstellen gehört ein Zehntel des Einkommens Gott. «In unserer Kirche geben nicht alle den Zehnten», sagt Engler. «Trotzdem dürfen alle mitmachen.» Selber gehe er aber mit gutem Beispiel voran. Die Familienkirche Rapperswil-Jona fing 1999 im Hotel Jakob mit 13 Personen an. Bald war die Gemeinschaft auf fast 50 Leute angewachsen, und die Familienkirche zog in die Hochschule für Technik (HSR) um, wo sie sich am Sonntag jeweils für die Gottesdienste einmietete. Als die 80er-Marke überschritten war, siedelte man ins Seedamm Plaza um. Und nun soll die Entwicklung in Bubikon weitergehen: Ziel ist eine Verdoppelung der Mitgliederzahlen. Da schon ein grosser Teil der bisherigen Kirchgänger aus dem Raum Zürcher Oberland und der Goldküstenregion kommt, ist der Umzug für die Mitglieder kein Problem. Auch für die Bubiker Bevölkerung sollen durch den neuen «Church Dome» keine Unannehmlichkeiten entstehen. «Von ursprünglich 80-Millimeter-Schalldämmung wird der Neubau auf 180 Millimeter aufgerüstet», sagt Engler. Alle Gottesdienste fänden zudem innerhalb der Zeiten der Lärmschutzverordnung statt. Zudem sei kein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu befürchten: «Die Mitglieder der Familienkirche legen sehr viel Wert auf Carsharing», sagt der Hombrechtiker. Am neuen Standort will die Familienkirche Rapperswil-Jona nicht nur Gottesdienste mit rockiger Musik abhalten, auch Fernsehbeiträge werden aufgezeichnet. «Unser Ziel ist es, in den nächsten drei bis vier Jahren auf Privatsendern wie Star TV regelmässig zu sehen zu sein.» Parkplätze statt Ausbau Auf dem heutigen Eventdome-Areal in Pfäffikon werden vorerst Parkplätze entstehen. Zwar möchte das Seedamm Plaza schon seit längerem baulich erweitern. Doch sämtliche Pläne liegen auf Eis: einerseits, weil die übergeordnete Verkehrsplanung ins Stocken geraten ist – andererseits, weil auch der Ausbau des Seedamm-Centers noch nicht spruchreif ist.

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