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Für eine gleichwertige Dreiteilung: Armee, Zivilschutz und Zivildienst.

Für eine gleichwertige Dreiteilung: Armee, Zivilschutz und Zivildienst. Ja, die Schweizer Armee steckt in der Krise. Ich bezweifle allerdings, ob die Stossrichtung der Initiative, wie sie Peter Forster, Oberst und Chefredaktor der Zeitschrift «Schweizer Soldat», vorschwebt, in die richtige Richtung geht. Es ist selbstverständlich richtig, dass es neben den alljahrzehntlichen Armeeabschaffungsinitiativen einmal etwas Konstruktiveres braucht. Aber kann eine Armee — und sei es die allerbeste! — die Schweiz überhaupt beschützen? Bei der aktuellen politischen Situation in Europa scheint der Terrorismus die grösste, nicht unter das Mandat der Polizei fallende Bedrohung für die Bevölkerung zu sein. Aber inzwischen haben sogar die amerikanischen Truppen im Irak und in Afghanistan offiziell zugegeben, dass man mit Armeeeinsätzen klassischer Art kaum gegen Terroristen vorgehen kann. Oder, um ein Beispiel zu nennen: Welcher Terrorist würde sich eine Langstreckenrakete kaufen, wenn er für dasselbe Geld Hunderte von Attentäter auf den Weg schicken könnte? Und sollte sich, Gott bewahre, die Sicherheitslage in Europa derart ändern, dass einer unserer Nachbarn die Schweiz anzugreifen drohte, welche realistischen Chancen hätte die Schweiz gegen die verbündeten Nato-Nachbarn? Neben einem fehlenden, klaren Auftrag gibt es aber noch ein weiteres Problem, das der Glaubwürdigkeit der Armee zusetzt: Zwar sind nach wie vor alle jungen Schweizer Männer stellungspflichtig. Aber wegen fehlenden Bedarfs gibt es immer mehr Ausgemusterte («untauglich»). Fehlendes Geld für modernste Kampfausrüstung ist nicht das Hauptproblem der Armee. Das Problem besteht doch vielmehr darin, dass die oben angesprochenen Argumente zwar vielen Leuten bekannt sind, aber kaum (öffentlich) über Alternativen nachgedacht wird. Die Armee alleine kanns nicht mehr richten, aber sie deswegen ersatzlos zu Tode zu sparen, ist auch keine Lösung. Es ist aber durchaus auch möglich, den Milizgedanken aufrechtzuerhalten, ohne die Armee massiv aufzustocken. Die vielen Zivildienstleistenden erbringen bereits heute wertvolle Arbeit für unsere Bevölkerung (Alten- und Krankenpflege) und unser Land (Landschaftspflege). Warum also nicht die allgemeine Wehrpflicht durch eine allgemeine Dienstpflicht für alle jungen Schweizerinnen und Schweizer ersetzen? Eine ideologisch gleichwertige Dreiteilung in Armee, Zivilschutz und Zivildienst würde sich anbieten. Die Armee wäre dann, am besten in enger Absprache mit den Nachbarn, für die bewaffnete Landesverteidigung zuständig, sei es mit friedenssichernden Einsätzen oder, im schlimmsten Falle, bei der Abwehr von direkten militärischen Bedrohungen. Das Gros der Leute müsste man aber im Inland einsetzen, als Unterstützung und Kitt für die Zivilgesellschaft (Zivildienst) oder zur Bewältigung von Naturkatastrophen (Zivilschutz). Bewaffnete Molankegel nützen tatsächlich niemandem etwas. Roman Kontic, Zürich Keine Angst vor der Volksinitiative. «Eine starke Armee steht und fällt mit dem Kader», das ist der einzige Satz in der «Analyse» von Oberst Peter Forster, mit dem ich mich einverstanden erklären kann. Ob das jedoch Personen sind, deren Denken noch in der Zeit des Kalten Krieges verharrt, wage ich zu bezweifeln. Aussprüche, wie beispielsweise jener über den blinden Tessiner Ständerat, gehören sicher auch nicht dazu. Gegen welchen Feind der Herr Oberst die geforderten Waffen einsetzen will, schreibt er wohlweislich nicht. Ebenfalls passt in sein Weltbild, dass er den Verfassungsauftrag zur Friedensförderung vernachlässigen will. Meines Erachtens haben wir eine allfällige Volksinitiative für eine starke Armee nicht zu fürchten, da die Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten die beschränkt zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll einsetzen möchte. Gallus Buomberger, Winterthur

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