Zum Hauptinhalt springen

Für Rehabilitation der Menschen im Sudan

Bei seinem Besuch in

Die Situation im Sudan ist schwierig zu überblicken. Während der Bürgerkrieg zwischen dem muslimischen Norden und dem vorwiegend christlich geprägten Süden beendet werden konnte, nimmt die Gewalt im Darfur-Konflikt kein Ende. Bischof Gassis hat die Schrecken des Kriegs hautnah miterlebt, und setzt sich seit Jahren für die an den Kriegsfolgen leidenden Menschen im Sudan ein. Auf seinem alljährlichen Besuch in der Schweiz berichtete er am Wochenende in Solothurn über seine Projekte in Zusammenarbeit mit der Organisation «Kirche in Not». So möchte er die Schweizer Bevölkerung für die Probleme im Sudan sensibilisieren. Bischof Gassis’ Ziele sind einerseits die materielle Rehabilitation, wozu der Aufbau von Schulen und Spitälern sowie der Zugang zu sauberem Wasser gehört. Was es daneben brauche, sei die Rehabilitation der Menschen selbst. Vergewaltigte Frauen, von Minen verstümmelte Jugendliche, als Kinder verschleppte und versklavte Erwachsene benötigen Hilfe. Und da diese vom Staat nicht geleistet werde, müsse die Kirche diese Aufgabe übernehmen.Feind der RegierungObwohl zwischen den Bürgerkriegsparteien 2005 ein Friedensabkommen geschlossen und Südsudan zur autonomen Region erklärt wurde, steht der Frieden auf wackligen Beinen. «Mit einem traumatisierten Volk kann man kein Land aufbauen», meint Bischof Gassis, zuerst brauche es einen Heilungsprozess. Als Christ galt er während der Bürgerkriegsjahre als Feind der Regierung in Khartum, und musste sich mit den Rebellen in die Wälder zurückziehen. Dort erlebte er den blutigen Krieg und die Bombardierungen hautnah. Schulen für alle Kinder offenNun engagiert er sich für die Heilung der physischen und psychischen Wunden, die der Krieg verursacht hat. In den letzten Jahren hat er verschiedene Schulen, ein Kinderheim, und ein Zentrum zur Ausbildung von Lehrern eröffnet. Die Frage, ob diese Schulen auch für Nicht-Christen offen seien, bejaht er. Die Schulen seien für alle Kinder offen, und im Besonderen auch für Mädchen. Die Frau sei dem Mann im Sudan klar untergeordnet. Zum Beispiel sei die Entführung und Vergewaltigung von Frauen, welche sich etwa gegen eine Heirat sträubten, sehr häufig. Ferner sind die Probleme im Sudan laut Bischof Gassis keine religiösen, sondern ethnische Konflikte. Von einem friedlichen Zusammenleben der ethnischen Gruppen ist man jedoch noch weit entfernt, weshalb Bischof Gassis zur Solidarität und Spenden aufruft. «Geld ist nicht alles, aber es ermöglicht vieles.» Martina Kammermann>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch