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Gewalt als grösstes Problem

SFV-Präsident Peter Gilliéron zieht nach 100 Tagen im Amt ein positives Fazit. Die Fangewalt macht ihm aber Sorgen.

Seit 100 Tagen ist Peter Gilliéron Zentralpräsident des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). Grund genug für den 56-Jährigen, gestern in Bern ein Zwischenfazit zu ziehen. Er habe Freude an seinem Amt, sagte der Berner, der zuvor während 16 Jahren als Generalsekretär im SFV tätig gewesen war. Hauptgrund für seine Zufriedenheit sind die Leistungen der Nationalmannschaft. «Ich bin zuversichtlich, was die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika betrifft.» Die WM-Teilnahme würde zudem die bereits gesunde Finanzlage des Verbands verbessern. Gilliéron rechnet mit einem Ertrag von rund acht Millionen Franken, den sich der SFV mit der Swiss Football League teilen würde. Personalentscheide prägten die ersten Monate seiner Amtszeit. Der Vertrag mit Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld wurde bis 2012 verlängert. Und mit Alex Miescher wurde ein neuer Generalsekretär bestimmt. Der Solothurner setzte sich im SFV gegen grosse Konkurrenz durch. Über 270 Personen hatten sich für den Posten interessiert. Miescher tritt seinen Job am 1. Dezember an, bis dann übt Gilliéron eine Doppelfunktion aus. Als grösstes Problem bezeichnete Gilliéron die Gewalt rund um den Fussball. «Trotz eines runden Tisches mit Sportminister Ueli Maurer, Gesprächen mit den Kantonsregierungen und Fanvertretern haben wir die Problematik bisher nicht im Griff.» Für ihn ist klar, dass der SFV und die Klubs vorangehen müssten, «alleine können wir aber nichts ausrichten». Die Polizei im Stadion? Eine Möglichkeit, der Situation Herr zu werden, sieht Gilliéron darin, «die Chaoten aus der Anonymität der Masse zu holen». Die Fankurve solle kein rechtsfreier Raum sein. Der Verband überlegt sich deshalb, unter Umständen die Polizei im Stadion mit Vollmachten auszustatten, und informiert sich darüber in anderen Ländern. «Denn mit privaten Sicherheitsdiensten stossen wir rechtlich bisweilen an die Grenzen», sagte Gilliéron. Gleichzeitig fürchtet sich der Präsident vor nichts mehr, als vor Bildern einer Schlägerei zwischen Zuschauern und Ordnungshütern während eines Fussballspiels. Natürlich wurde der SFV-Präsident auch auf das Fehlverhalten von Schiedsrichter Massimo Busacca am Wochenende angesprochen. Busacca habe mit seiner provokativen Geste gegenüber den YB-Fans in Baden ein schlechtes Beispiel abgegeben, sagte Gilliéron. «Der Fehler ist aber nicht unverzeihlich. Er hat sich sofort entschuldigt, und ich hoffe, er kehrt nach seiner Sperre mit starken Leistungen zurück.»Alexander Wäfler>

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