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Ghadhafi soll aus der Luft gestoppt werden

Von Walter Niederberger, San Francisco, und Oliver Meiler, Marseille Der UNO-Sicherheitsrat hat eine Resolution für Luftangriffe auf libysche Truppen gutgeheissen. Der Entscheid fiel am Donnerstagabend, nachdem sich die US-Regierung angesichts des raschen Vormarsches der libyschen Truppen umbesonnen und sich hinter die von Frankreich, Grossbritannien und Libanon entworfene Resolution gestellt hatte. Sie zielt auf eine Flugverbotszone über Libyen ab und ermächtigt die Staatengemeinschaft zu «allen nötigen Massnahmen», um die Zivilbevölkerung vor den Gräueltaten des Despoten schützen zu können. Das exakte Resultat der Abstimmung stand zum Redaktionsschluss nicht fest, doch erwarteten Diplomaten in New York nicht, dass China und Russland ein Veto einlegen würden. Aus Paris und London hiess es am Donnerstagabend, die Operation könne «innert weniger Stunden» nach der Verabschiedung der UNO-Resolution beginnen, die Kampfjets stünden bereit. Für die Franzosen, die in diesem Dossier erst vor einer Woche die Führerschaft übernommen hatten, bedeutet das Einlenken der USA und die Enthaltung einiger skeptischer Mitglieder des Sicherheitsrates einen diplomatischen Erfolg. Allein die Androhung militärischer Gewalt könne Ghadhafi stoppen, beteuerte Paris. Noch am vergangenen Dienstag waren die Vermittlungsversuche bei einem G-8-Gipfel gescheitert, was als denkwürdiges Fanal für die zögerliche Haltung der internationalen Gemeinschaft gegolten hatte. Das späte Revirement erklärt sich mit der Hartnäckigkeit der Franzosen. Ghadhafi hat denn auch in seinen letzten Interviews wiederholt Nicolas Sarkozy attackiert, den er als «Verrückten» darstellte. In einer TV-Ansprache am Donnerstagabend, in der man den libyschen Herrscher nur auf Archivbildern sah, drohte Ghadhafi den Aufständischen von Benghazi, der Hochburg der Rebellen, mit «gnadenloser Rache» noch am selben Abend. «Alle Furcht, alles Zögern ist vorbei: Die Stunde der Wahrheit ist gekommen», sagte Ghadhafi. Sein Verteidigungsminister drohte dem Ausland mit Vergeltungsschlägen auf Schiff- und Luftfahrt im Mittelmeerraum: «Das Mittelmeer wird nicht nur kurzfristig in Gefahr sein, sondern auch langfristig.» Aus Paris und London hiess es am Donnerstagabend, die Operation könne «innert weniger Stunden» nach der Verabschiedung der UNO-Resolution beginnen, die Kampfjets stünden bereit.– Seite 8, 9

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