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Handballer im Aufwärtstrend

Am Schlusstag des Yellow-Cup steigerte sich das Schweizer Nationalteam und schlug die Ukraine klar 32:20.

Von Werner Reimann, Winterthur Mit einer 29:30-Niederlage gegen den nachmaligen Turniersieger Holland und einem hart umkämpften 26:25-Sieg gegen die «Exoten» aus Katar waren die Schweizer Handballer wenig überzeugend ins traditionelle Vierländerturnier in Winterthur gestartet. Am Sonntag tankten sie dann im abschliessenden Spiel gegen eine schwerfällige ukrainische Auswahl Moral und siegten 32:20. «Heute war die Aggressivität da, wie ich sie mir wünsche», freute sich Nationaltrainer Goran Perkovac. «Die Mannschaft ist trotz ihres jugendlichen Alters erstaunlich reif aufgetreten.» Nur gut eine Viertelstunde lang hielt die Ukraine, die früher einmal zur erweiterten Weltspitze gehört hatte, mit den Schweizern mit. Dann zogen diese vom 9:8 innert zehn Minuten auf 15:8 davon und hatten damit bereits die Vorentscheidung herbeigeführt. Ausschlaggebend dafür war ein früher Goaliewechsel. Nach 13 Minuten ohne eine einzige Parade hatte Pascal Stauber, die Schweizer Nummer 1, seinen Platz Remo Quadrelli überlassen. Dieser führte sich sofort gut ein und gehörte mit 17 abgewehrten Bällen am Schluss zu den Aktivposten seines Teams. Im Angriff setzten die beiden einzigen Schweizer Bundesligaprofis wichtige Akzente. Linksaussen Manuel Liniger glänzte mit einer Reihe von Kontertoren. Und der nominelle Spielmacher Andy Schmid entwickelte auch aus der für ihn eher ungewohnten Position im linken Rückraum viel Druck aufs Tor. Perkovac wagte mit Schmid ausserdem einen erfolgreichen Versuch als Spitze in der 3-2-1-Verteidigung. Zeit für Experimente genützt Überhaupt war nicht zu übersehen, dass der Nationaltrainer die drei Spiele des Yellow-Cup für Experimente nutzte und der jungen zweiten Garnitur viel Einsatzzeit gewährte. Mit dem Thuner Jonas Dähler (22) liess er erneut einen hoffnungsvollen Spieler debütieren. Es war in den bisher 45 Partien unter Perkovac bereits das 23. Debüt, und die Zahl der eingesetzten Spieler erhöhte sich damit auf 47. Man kann dem kroatischen Weltmeister von 1996 sicher nicht vorwerfen, er würde jungen Talenten keine Chance geben. Erstmals haben die Schweizer in den letzten zwei Wochen auch einen Mentaltrainer beigezogen. Der Deutsche Michael Nusser, der schon bei verschiedenen Bundesligaklubs gewirkt hat, führte bisher vor allem Einzelgespräche mit Spielern und arbeitete an der Teambildung. Perkovac bezeichnet diese Neuerung als «gute Erfahrung» und hofft, dank Fortschritten auf mentaler Ebene seine jungen Spieler voranbringen zu können. WM-Qualifikation gegen Litauen Doch so sehr Perkovac immer noch die Mannschaft der Zukunft sucht und formt, so darf er die Gegenwart nicht vergessen: Schon am kommenden Donnerstag kommt es in Schaffhausen zur entscheidenden Begegnung in der WM-Qualifikation gegen Litauen. Der Yellow-Cup diente den Schweizern als gezielte Vorbereitung auf dieses Spiel. Nachdem Litauen am Samstag beim 25:25 in Italien überraschend einen Punkt einbüsste, können sich die Schweizer am Donnerstag mit einem Sieg bereits vor der abschliessenden Partie in Litauen vom nächsten Sonntag fürs WM-Playoff im Juni qualifizieren. Yellow-Cup in Winterthur. 3. Spieltag. Sonntag: Holland - Katar 26:15 (12:7). Schweiz - Ukraine 32:20 (16:10). – 2. Spieltag. Samstag: Ukraine - Holland 29:39 (16:18). Katar - Schweiz 25:26 (11:13). – Schlussrangliste (je 3 Spiele): 1. Holland 6 (95:73). 2. Schweiz 4 (878:75). 3. Katar 2 (70:78). 4. Ukraine 0 (75:101). – Turnier-Topskorer: Andy Schmid (21/7). Schweiz - Ukraine 32:20 (16:10) Eulachhalle, Winterthur – 1350 Zuschauer – strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen die Ukraine.– Schweiz: Stauber/Quadrelli (ab 13.); Schmid (7/1), Goepfert, Liniger (9), Baumgartner (4), Scheuner, Milosevic (2), Dähler (1), Hess (2), Heer, Hofstetter (1), Vukelic (4), Svajlen (1), Spengler (1). – Schweiz - Katar 25:26 (11:13)1270 Zuschauer – Strafen: 5mal 2 Minuten mit Disqualifikation (Madadi/54.) gegen Katar, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.– Schweiz: Portner/Quadrelli (ab 30.); Schmid (7/6), Kurth (1), Liniger (4/2), Baumgartner, Graubner, Milosevic, Dähler (4), Hess (2), Heer (1), Hofstetter, Vukelic, Svajlen (3), Spengler (4).WM-Qualifikation. Männer, Gruppe 5. In Cologne: Italien - Litauen 25:25 (14:11). – Rangliste: 1. Schweiz 2/4. 2. Litauen 2/3. 3. Italien 4/1. – Ausstehende Spiele: 12. Januar: Schweiz - Litauen. 15. Januar: Litauen - Schweiz.

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