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Heidfeld soll Sauber die benötigten Millionen einbringen

Sauber-Pilot Pedro de la Rosa muss gehen. Er wird durch den 33-jährigen Rückkehrer Nick Heidfeld ersetzt.

Von Robert Höpoltseder Teamchef Peter Sauber zieht nach Monza erste Konsequenzen aus der für ihn bisher so enttäuschend verlaufenen GP-Saison: Nach 14 von 19 Saisonrennen wechselt der 66-Jährige, dessen Team in der Konstrukteure-WM nur Achter unter zwölf Equipen ist, seinen Piloten-Routinier aus. Sauber ersetzt den 39-jährigen Spanier Pedro de la Rosa (Wohnsitz Zürich) ab sofort durch den 33-jährigen Deutschen Nick Heidfeld (Wohnsitz Stäfa). Dieser Wechsel ist bei Sauber schon seit Anfang Juli ein Thema gewesen – zwar kein brisantes, aber ein interessantes. Brisant sind bei Sauber die noch immer offenen Fragen bezüglich eines Hauptsponsors und der Zukunft des Privatteams. Fahrerfragen haben da eine wesentlich geringere Bedeutung, auch wenn sich Sauber von Heidfeld jene Punkte erhofft, die ihm zu einer Rangverbesserung in der Team-WM verhelfen würden – und damit zu zusätzlichen rund 8 Millionen Franken. Zu Platz 7 (Williams) fehlen derzeit 20 Punkte. Saubers Handicap ist, dass mit dem aktuellen Boliden kein grosser Wurf gelungen ist. Seinem Hightechwerk in Hinwil fehlen schlicht die Millionen für mehr technische Weiterentwicklung und Experimente. Dennoch ist ein Platz in seinem Team bei Rennfahrer-Talenten sehr begehrt. Kamui Kobayashi zählte auch dazu. Der 23-jährige Japaner, einst von Toyota gefördert, sammelt derzeit in seiner ersten Formel-1-Saison jene Erfahrungen, die Sauber 2011 – in Form von noch mehr WM-Punkten – nützlich werden könnten. Deshalb wurde sein Vertrag verlängert. Zuletzt Testfahrer bei Pirelli Kobayashi schaffte bisher 21 Punkte (mit Platz 6 in Silverstone als bestem Resultat) und ist WM-Zwölfter unter 24 Fahrern. Der 16 Jahre ältere De la Rosa kam mit dem 7. Rang in Spa nur auf 6 Punkte und ist WM-Siebzehnter. So gesehen war es an der Zeit, dass Sauber mit seinem früheren Schützling Heidfeld wieder Kontakt aufnahm. Der Mönchengladbacher war bereits von 2001 bis 2003 (Sauber-Petronas) und von 2006 bis 2009 (BMW-Sauber) in Hinwil. Ende letzten Jahres hatte sich Sauber von Heidfeld einmal mehr getrennt – und sich für De la Rosa entschieden. Seine Begründung: Der Spanier bringe aus seinen Jahren als McLaren-Testpilot neue Erkenntnisse ins Team mit. Das gilt nun auch für Heidfeld. Er fand zwar nach seiner Kündigung bei Sauber kein GP-Stammcockpit mehr, wurde aber vom neuen Mercedes-GP-Team, das 2009 noch unter Brawn GP Weltmeister wurde, als dritter Mann neben Michael Schumacher und Nico Rosberg engagiert. Für einen Rennfahrer ist das kein aufregender Job. Zum Fahren kam Heidfeld so gut wie nie, weil in der Formel 1 während der Saison ein Testverbot gilt. Er nahm dort aber bei allen GPs an Meetings teil und konnte Einblicke in die Technik gewinnen. Zuletzt hatte Heidfeld diese Aufgabe zugunsten eines Testfahrerpostens beim künftigen Formel-1-Reifenlieferanten Pirelli aufgegeben. Wiedereinstieg in Singapur Für Pirelli soll er diese Woche in Spanien noch Tests bestreiten. Diese Erfahrungen wären wichtige Informationen für Teams. Doch gemäss seinem Pirelli-Vertrag darf er darüber nicht reden. Offen ist noch, ob Heidfeld, der in zwei Wochen beim Nacht-GP in Singapur wieder bei Sauber einsteigt, Pirelli-Tester bleibt. Oder dort durch De la Rosa ersetzt wird. Alle Beteiligten, von Sauber bis Pirelli, von Heidfeld bis De la Rosa, haben darüber Stillschweigen vereinbart. Sauber sagte denn auch nur, dass er zur Fahrerfrage nichts sagen könne. Zum 3. Mal bei Sauber: Heidfeld. Foto: Key

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