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Heimtückische Wasserwalzen werden entschärft Der Kanton saniert die gefährlichen Wasserwalzen in der Töss

Laut Experten sind 23 der rund 700 Schwellen in der Töss heikel oder gefährlich. Nun wird der Kanton aktiv.

Von Helene Arnet Zürich &endash Immer wieder ertrinken Menschen in der Töss, weil sie in heimtückische Wasserwalzen geraten. Die meisten von ihnen wollten ihrem Hund zu Hilfe eilen, der sich nicht aus dem zurücklaufenden Wasser befreien konnte. Dieses bildet sich hinter den Schwellen, die den Flusslauf queren. Eine solche Wasserwalze wurde auch dem 58-jährigen Mann zum Verhängnis, der Mitte Juli dieses Jahres bei Pfungen ertrank. Wegen dieses Unfalls wurde der Kanton aktiv. Wie Baudirektor Markus Kägi gestern im Kantonsrat ausführte, haben Fachleute Ende August die rund 700 Schwellen begutachtet. 17 davon wurden als heikel, 4 als gefährlich und 2 als sehr gefährlich eingestuft. Letztere befinden sich in Pfungen und Neftenbach. Zudem machten die Experten drei Stellen aus, die für Badende eine Absturzgefahr darstellen können. Die Baudirektion hat nun entschieden, noch diesen Winter die untere der beiden sehr gefährlichen Schwellen zu sanieren. Bei der anderen sind noch einige Abklärungen nötig, sie soll aber bis März 2013 ebenfalls entschärft werden. Die als gefährlich eingestuften Schwellen werden in den nächsten zwei bis drei Jahren vorgezogen saniert. Bei den absturzgefährlichen Stellen und den heiklen Schwellen, die später saniert werden, sollen gezielt Gefahrentafeln aufgestellt werden. Kantonsrat für Renaturierung Die vielen Schwellen in der Töss sind Teil der Begradigung des Flusses, die zwischen 1875 bis 1895 durchgeführt wurde. Die Schwellen sollten die Flusssohle stabilisieren. Der Kantonsrat sprach sich nun gestern dafür aus, dass die Baudirektion eine Revitalisierung der Töss im Gebiet Linsental aufgleist. Mit 111 zu 54 Stimmen überwies er ein entsprechendes Postulat von Hedi Strahm (SP, Winterthur). Die Aufwertung der Töss ist seit Jahren ein Schwerpunkt des kantonalen Naturschutzkonzeptes, doch lag sie auf Eis, weil die Ressourcen fehlten. SVP und EDU wehrten sich gegen die Überweisung des Postulats. Laut René Isler (SVP, Winterthur) ist die Revitalisierung kein vordringliches Vorhaben. Und Hans Egli (EDU, Steinmaur) lehnte diese aus «landwirtschaftlicher Sicht» ab: «Revitalisierungen fressen Kulturland.» Die FDP stimmte zwar zu, machte aber klar, dass dies noch nicht als Zustimmung zum Projekt selbst zu interpretieren sei: «Wir wollen wissen, welche Massnahmen nötig sind. Und wie viel diese kosten würden.» Die Töss ist über weite Strecken begradigt und mit Schwellen versehen. Diese sehen harmloser aus, als sie sind. Foto: Roland Fischer

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