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Hundert Gäste flohen aus verqualmtem Zumiker Bad

Im Hallenbad Juch hat am Sonntag eine technische Anlage Feuer gefangen. Dies nur zwei Wochen bevor die Stimmberechtigten erneut über eine Sanierung befinden – eine erste Vorlage hatten sie abgelehnt.

Von Christian Dietz-Saluz Zumikon – Der Alarm aus dem Zumiker Hallenbad erreichte die Feuerwehr von Zumikon und Küsnachterberg am Sonntag kurz nach 17 Uhr. Als sie mit 50 Einsatzkräften vor Ort eintraf, war das Gebäude mit dichtem Rauch gefüllt. Rund um das Hallen- und Freibad standen etwa hundert Menschen in Badekleidern, die sich aus der Gefahrenzone gerettet hatten, unterstützt von Bademeister Enrico Graf und seinem Team. Noch waren aber nicht alle Badegäste in Sicherheit. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Oberleutnant Benny Wurmser, schickte Trupps mit Atemschutzgeräten ins Innere. Diese fanden in der Sauna und im Restaurant noch vier weitere Personen, die sie durch geschützte Bereiche ins Freite geleiteten. Ein technischer Defekt Der Rauch kam aus dem Untergeschoss, wo die Wasseraufbereitungsanlage für das Freibad Feuer gefangen hatte. Als Ursache steht laut ersten Erkenntnissen der Polizei ein technischer Defekt im Vordergrund. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte insgesamt drei Stunden und galt neben dem Löschen im Untergeschoss vor allem der Belüftung des Hallenbads. Laut Kommandant Roland Eberli haben seine Leute ein grosses Gebäudevolumen von sehr russigem Rauch befreien müssen. Dazu setzten sie drei Grosslüfter ein. Diese motorgetriebenen Gebläse haben sie mit meterdicken Luftschläuchen versehen, um dem Qualm gezielt Herr zu werden. Dennoch ist im Hallenbad durch Rauch und Russ ein Schaden in der Höhe von rund einer Million Franken entstanden, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt. Gemeinderat warnt schon lange Der Zumiker Gemeinderat mahnt schon lange, dass das 1974 eröffnete Hallenbad Juch dringend erneuert werden müsse – nicht zuletzt wegen der Technik. Die Stimmberechtigten haben aber im Herbst einen 27-Millionen-Sanierungskredit an der Urne abgelehnt. Dies, obwohl der Gemeinderat drohte, im Falle eines Neins müsse man das Bad aufgeben und rückbauen. Nach Ansicht der Gegner war das Projekt zu teuer. Die nötige Steuererhöhung um 3 Prozentpunkte wollten sie nicht schlucken. An der Gemeindeversammlung in zwei Wochen, am 28. Juni, wird das Bad aber erneut ein Thema sein: Im April hatten FDP und SP eine Initiative für ein kleineres Sanierungsprojekt eingereicht, das nur gut 20 Millionen Franken kostet. Der Gemeinderat folgte mit einem Gegenvorschlag, der sogar nur Kosten von 14,9 Millionen auslösen würde. «Grundsätzlich hat sich nichts daran geändert, dass wir in zwei Wochen abstimmen werden», sagte gestern Gemeinderat Matthias Rüegg (FDP) auf Anfrage. Jedenfalls habe man bisher noch nicht ausreichend abklären können, ob der Brandschaden vom Pfingstsonntag ein Fait accompli geschaffen habe, das die Abstimmung über Initiative und Gegenvorschlag allenfalls verunmögliche. Hallenbad bleibt geschlossen Wegen des Feuerschadens bleibt das Hallenbad Juch laut Mitteilung der Schwimmbadkommission bis auf weiteres geschlossen. Werkvorstand Matthias Rüegg möchte aber das Freibad so rasch wie möglich wieder öffnen lassen. Allerdings hänge das davon ab, ob die Wasseraufbereitung für das Freibad wieder in Betrieb genommen werden könne. Nicht beeinträchtigt worden sind die beiden Hortgruppen Walfisch und Delfin, die in den Wohnungen oberhalb des Bades untergebracht sind. Die Schule Zumikon hat gestern mitgeteilt, dass der Hortbetrieb planmässig am Dienstag starte. Mit gewaltigen Schläuchen und Gebläsen bekämpfte die Feuerwehr den Rauch. Foto: Markus Heinzer

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