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Hydranten-Saboteur muss zahlen

Ein 69-jähriger Bauer hat in Horgen 13 Hydranten beschädigt. Das Obergericht verurteilt ihn jetzt zu einer bedingten Freiheitsstrafe. Zudem hat er Schadenersatz von über 40 000 Franken zu leisten.

Von Arthur Schäppi Horgen – Fontänenartig schoss das Wasser jeweils in den Horgner Himmel. Und zwar immer dann, wenn wieder einmal einer von letztlich 13 Hydranten heimlich beschädigt und manipuliert worden war. Das Geschehen spielte sich zwischen 2007 und 2010 ab. Ins Visier der Ermittler geriet schnell einmal ein als Querkopf bekannter Weinbauer, der mit der Gemeinde seit Jahren im Clinch liegt. Ihm wurde noch eine ganze Reihe weiterer Delikte vorgeworfen: eine Dieselöl-Attacke gegen das Auto des früheren Horgner Bauvorstands Hans Stünzi und das Entwenden einer 5000 Franken teuren Bronzefigur von einem Gemeindebrunnen. Dazu das Abmontieren eines schmiedeeisernen Torflügels und Zaunteilen bei der gemeindeeigenen Villa Seerose. Wohl stellte die Polizei bei der Hausdurchsuchung angesägte Schrauben sicher, wie sie bei den Anschlägen auf die Hydranten vorgefunden worden waren. Nach dem Grundsatz in dubio pro reo wurde der Angeschuldigte im letzten November dann aber vom Bezirksgericht auf der ganzen Linie freigesprochen. 10 Monate bedingt Jetzt aber wird der 69-Jährige, der sämtliche Anklagepunkte stets bestritt, zumindest im Hydranten-Fall doch noch zur Rechenschaft gezogen. Nach einem mehrstündigen Berufungsprozess vom letzten Freitag erachtet es das Obergericht für erwiesen, dass der Bauer die Hydranten beschädigt und manipuliert hat. Dies geht aus dem Urteil hervor, das den Prozessparteien dieser Tage zugestellt wurde. Demnach wird der Bauer im Zusammenhang mit der Hydranten-Sabotage der mehrfachen Sachbeschädigung und der Störung von öffentlichen Einrichtungen für schuldig gesprochen und zu einer bedingten zehnmonatigen Freiheitsstrafe mit zweijähriger Probezeit verurteilt. Zudem muss er der Gemeinde Schadenersatz in Höhe von 44 728 Franken und eine Prozessentschädigung von 8000 Franken zahlen. Auf die übrigen Anklagepunkte ist das Obergericht indes teilweise gar nicht erst eingegangen oder hat den Angeklagten, etwa bezüglich der Öl-Attacke, freigesprochen. Die detaillierte, schriftliche Urteilsbegründung des Obergerichts steht noch aus. Ob der Horgner Hydranten-Krimi und die weiteren Delikte allenfalls noch die Bundesrichter in Lausanne beschäftigen werden, bleibt vorläufig offen. Werkvorstand Hans-Peter Brunner (FDP) spricht zwar im Hydranten-Fall «von einem angemessenen Urteil», will sich aber bis zum Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung nicht weiter zu den einzelnen Entscheiden und zu einem allfälligen Weiterzug äussern. Auch der verurteilte Bauer will zusammen mit seinem Anwalt die Begründung abwarten. «Die Verurteilung ist für mich unverständlich», kommentiert er das richterliche Verdikt. Ex-Bauvorstand Hans Stünzi will «tendenziell eher auf einen Weiterzug verzichten».

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