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Illegale Sauna soll für alle Regensberger offen sein

Im Garten von May Huber steht seit drei Jahren eine Sauna – illegal. Nun hat sie ein Baugesuch eingereicht und sucht einen Platz, um das Schwitzhäuschen öffentlich zugänglich zu machen.

Von Dominique Marty Regensberg – Seit Monaten kämpft Maya Huber unermüdlich für ihre Sauna. Der Gemeinderat hat für das hölzerne Schwitzhäuschen, das im Garten von Hubers Mietwohnung in Regensberg steht, bereits den Abriss verfügt. Doch vorläufig bleibt die Sauna an ihrem Platz – zumindest bis die Denkmalpflege die Sache geprüft hat. Ausserdem soll das Häuschen sowieso bald allen Einwohnern zugänglich sein. Und dafür will die Regensbergerin im Notfall sogar eine Abstimmung durchführen lassen. Doch alles der Reihe nach: Vor gut drei Jahren schaffte sich Maya Huber auf Anraten ihres Arztes eine Sauna an. Die öffentliche Sauna in Dielsdorf habe sie nicht mehr besuchen können, weil sie den Weg aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bewältigen konnte, sagt sie. Für 14 000 Franken kaufte sie das Holzhäuschen und stellte es in den Garten ihrer Mietwohnung in der Unterburg. Dass sie dafür eine Baubewilligung benötigt hätte, wusste sie nicht. Keine Sauna beim Schwimmbad Gut zwei Jahre blieb die Sauna unbemerkt. Maya Huber genoss unbeschwert die regelmässigen Saunagänge. Doch dann schickte jemand ein Foto der hölzernen Kabine an den Gemeinderat – und dieser stellte fest, dass für das Häuschen die Bewilligung fehlte. Die Sauna müsse wieder weg, verlangte die Behörde und setzte Huber dafür eine Frist bis Ende August 2010. Der Gemeinderat verlängerte diese auf ihr Ersuchen hin nochmals, denn inzwischen hatte sie fieberhaft um eine Lösung gerungen. «Ich will die Sauna allen Regensbergern zur Benutzung öffnen», kündigte sie an und machte sich sogleich auf die Suche nach einem passenden Standort im Städtchen. Die Gemeinde bot ihr darauf an, das Holzhaus beim Schwimmbad zu platzieren. «Doch das ist zu weit weg und zu abgelegen», findet Huber. Man müsse die Sauna erst einheizen, bevor man darin schwitzen könne. Auch ihre Furcht scheint durch: Beim Schwimmbad sei man allzu exponiert, sollten neugierige Nachtbuben dort ihr Unwesen treiben. Die Regensbergerin will ihre Sauna auch nicht einfach abreissen lassen: «Die ist noch immer 13 000 Franken wert.» Seit Herbst hat sie diese auf der Internet-Auktionsplattform Ricardo ausgeschrieben – bislang erfolglos. Auch die Suche nach einem neuen Standort hat sie vorangetrieben – auch dies bis jetzt ohne Ergebnis. «Bewilligung nur auf Zeit» Um sich Zeit zu verschaffen, reichte sie jetzt nachträglich ein Baugesuch für das Holzhaus ein, wie dem aktuellen Gemeindeblatt zu entnehmen ist. «Im Gesuch, das der kantonalen Denkmalpflege weitergereicht wurde, habe ich geschrieben, dass die Bewilligung nur vorübergehend nötig wäre», sagt sie, «denn mein Entschluss steht: Die Sauna soll öffentlich werden. Sie auch bei einem positiven Bescheid einfach bei mir im Garten zu behalten, wäre allen Regensbergern gegenüber unsozial.» Diese hätten sich schliesslich auf eine öffentliche Sauna gefreut. Bis vor einigen Jahren gab es nämlich im Schulhaus eine solche, die mittlerweile jedoch umgenutzt wurde. «Ich werde darum nicht ruhen, bis ich für das Häuschen einen neuen Platz gefunden habe», sagt Huber. Um ihrem Anliegen, das von zahlreichen Regensbergern unterstützt werde, Nachdruck zu verleihen, denkt sie sogar darüber nach, eine Abstimmung durchzuführen. «Die Bevölkerung soll sagen, wo die Sauna stehen soll und wo die Gemeinde dafür fünf Quadratmeter ihres Landes zur Verfügung stellen muss.» Die Sauna soll vorübergehend im Garten stehen bleiben dürfen.Foto: David Baer

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