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Im Frühling droht eine Wildschweinplage

Bleibt der Winter schneefrei und mild, vermehren sich die Wildschweine stark. Die Bauern müssen dann mit mehr Schäden rechnen.

Von Andreas Frei Wildschweine haben derzeit ein schönes Leben. Der Winter ist nicht allzu hart, und es fällt kaum Schnee. Die Tiere finden im Wald genügend Futter und können sich dort ideal vor den Gewehren der Jäger verstecken. «Den Wildschweinen geht es so gut, dass sie sich nicht mehr nur im Frühling vermehren», sagt Jörg Hiltbrunner, Swiss Ranger im Neeracherried. Und mit dem herrschenden Klima kämen auch Frischlinge bestens durch den Winter. Denn vor allem der Schnee würde den Tieren bei der Nahrungssuche zu schaffen machen. Noch hat die Zahl der Wildschweine im Unterland nicht gross zugenommen. 2010 waren laut Jagdbezirksobmann Konrad Walder viele Tiere geschossen worden. Im ganzen Kanton erlegten die Jäger damals 1055 Wildschweine, so viele wie noch nie. Noch 1996 waren es keine 200 Tiere gewesen, die ihnen vor die Flinte kamen. Jetzt sieht Walder aber eine Explosion der Wildschweinpopulation auf die Region zukommen. Soziale Kontrolle fehlt «Im letzten Jahr haben ungewöhnlich viele halbwüchsige Tiere überlebt», sagt der Schleiniker. «Die meisten sind als Einzelgänger unterwegs und vermehren sich.» In einer Wildschweingruppe, der Rotte, kontrolliere die Leitbache, welche Sau gedeckt werde. Falle diese soziale Kontrolle weg, könne jede Bache Frischlinge gebären, und zwar bis zu acht Stück. «Wird es bis März nicht richtig kalt, dann erwarten wir eine massive Zunahme an Wildschweinen auch im Unterland», sagt Walder. Das würde zu mehr Schäden in der Landwirtschaft führen. Denn die Jäger haben zwar den Auftrag, die in den Feldern wühlenden Tiere abzuschiessen, doch gelten diese als besonders intelligent. «Die nachtaktiven Wildschweine ins Visier zu bekommen, ist extrem schwierig», sagt Walder. Das Ziel sei, die Tiere auf offenem Feld zu schiessen, um die Rotte von diesen Gebieten fernzuhalten. Denn Wildschweine meiden Orte, an denen ein Artgenosse getötet wurde. Auch würden sie die Jäger schnell bemerken. Ein kleiner Wechsel der Windrichtung könne dem Schwein das Leben retten und die Jagd verlängern. Gute Zeiten für Wildschweine: Die Frischlinge haben bei mildem Wetter besonders hohe Überlebenschancen. Foto: Key

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