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Im Keller der BASF wird bald nicht mehr geschossen

Weil der Chemiekonzern wegzieht, müssen die Wädenswiler Schützen eine neue Trainingsstätte suchen.

Von Bettina Ledergerber Wädenswil – Es ist ein eher ungemütliches Asyl, welches die BASF den Wädenswiler Schützen zur Verfügung stellt. Ein kühler Kellerraum, etwa 15 Meter lang und 10 Meter breit, im Nebengebäude des auffälligen Glasbaus des Chemiekonzerns. Aber er bietet Schutz in der kalten Jahreszeit vor Niederschlag und Frost. Zweimal in der Woche, am Dienstag und am Donnerstag, kommen die Mitglieder des Pistolenschiessvereins Wädenswil an der Moosacherstrasse in der Au zusammen, um ihrem Hobby zu frönen. Am Montag und Mittwoch üben die jüngeren Mitglieder des Schützenvereins Wädenswil den Umgang mit der Waffe über die Anfängerdistanz von 10 Metern. Im Winter, wenn die Schützenstände geschlossen sind, bietet der Raum zudem den Eliteschützen eine Möglichkeit, in Form zu bleiben. Der Raum brachte Erfolg Schon seit 31 Jahren stellt die BASF den Schützen ihren Keller unentgeltlich zur Verfügung. Ein Teil des Grundstücks, auf dem der Chemiekonzern baute, hatte einst den Schützenvereinen gehört. Dann gingen sie einen Tausch mit der Stadt ein. Für das Land bekamen sie eine Sommertrainingsmöglichkeit in der Wädenswiler Beichlen. 5 Jahre nachdem die Schützen den Raum im Keller der BASF bezogen hatten, nahmen sie erstmals einen Luftpistolenkurs ins Angebot auf. 1990 folgte ein Schweizer-Meister-Titel in dieser Disziplin, 1993 und 1994 gab es Siege in der nationalen Luftpistolengruppenmeisterschaft. Heinz Imbach, Präsident des Pistolenschiessvereins, sagt, die Erfolge seien eine logische Folge der regelmässigen Trainings.Die BASF verlässt dieses Jahr Wädenswil, weil sie ihre im Raum Zürich verteilten Verwaltungseinheiten zentralisieren will. Die Stadt Wädenswil verliert so ihren besten Steuerzahler, und die Schützen verlieren ihr Winterquartier. Bis Mitte März werde in der BASF noch geschossen, sagt Imbach. Dann wird er die Schiessanlage mit den zehn Scheiben und dem elektrischen Steuerungspult abbauen und einlagern müssen. Michael Suter, Juniorenleiter des Schützenvereins Wädenswil, sagt, er werde alles daran setzen, dass auch im nächsten Winter wieder in einem geheizten Raum trainiert werden kann. «Es geht um den Nachwuchs – für ihn müssen wir eine Lösung finden.» Etwa 20 Jungschützen besuchen derzeit das Training. Heinz Imbach (vorne) kann mit seinen Vereinskollegen nur noch bis Ende März im Keller der BASF schiessen. Foto: Silvia Luckner

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