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Kaeslin springt mit Premiere in den Final

Die Zweite vom Vorjahr hat sich an der WM in Rotterdam trotz Aufregung um die Notengebung souverän in den Sprung-Final geturnt.

Von Ueli Bachmann, Rotterdam Sie habe Schmetterlinge im Bauch gespürt und gewusst, dass es klappt: «Es war dieser Mix aus Vorfreude und Nervosität; ich musste nur noch mein Können abrufen», sagte eine locker wirkende Ariella Kaeslin nach der Qualifikation. Die Luzernerin führte an der WM in Rotterdam ihr Team auf den ansprechenden 16. Rang. Beim Sprung qualifizierte sich Kaeslin als Fünftbeste für den Final, im Mehrkampf als Zehnte. Das Podiumtraining von vergangener Woche täuschte nicht: Kaeslin spielt in Rotterdam eine grossartige Form aus und lässt die Viruserkrankung vom Sommer vergessen. Ihr gelangen zwei tadellose Sprünge. Für Aufregung im Schweizer Lager sorgte die Jury, die für den Tschussowitina statt der üblichen Ausgangswertung von 6,3 zuerst eine 5,5 anzeigte, später dann noch auf 5,9 korrigierte. Kaeslin sah die tiefe Wertung, liess sich aber nicht davon abhalten, beim zweiten Sprung noch mit einer Premiere aufzuwarten: Erstmals in ihrer Karriere sprang sie in einem Wettkampf den Jurtschenko mit Doppeldrehung, den sie seit zwei Jahren ankündigt. Der Sprung gelang vorzüglich. «Es ist ja schon meine sechste WM, aber vor diesem neuen Sprung, auf den ich seit Jahren hinarbeite, war ich extrem nervös.» Trainer Jordanov ausser sich Die um 0,4 tiefere A-Note für den ersten Sprung gab die Jury, weil sie ihn gebückt statt gestreckt wertete. Bereits im WM-Final vor einem Jahr wurde zuerst eine tiefere Wertung gezeigt, später auf 6,3 korrigiert. Nationaltrainer Zoltan Jordanov war gestern ausser sich vor Ärger über das für ihn unverständliche Jury-Verdikt. «Beim Podiumtraining wurde mir versichert, bei Ariellas Sprung gäbe es keine Probleme. Und jetzt das.» Jordanov vermutete gar, da spiele Lobbying der starken Verbände Russland und USA mit. Die Russin Aliya Mustafina und die Amerikanerin Alicia Sacramone zeigten jedoch eine derart überragende Sprungvorstellung, dass diese von Kaeslin wohl nicht zu übertreffen ist. Die Bronze-Medaille liegt jedoch in Reichweite: Mit 0,4 Punkten mehr hätte Kaeslin gestern mit deutlichem Abstand den 3. Rang belegt. Die Luzernerin nahm den Jury-Entscheid weit gelassener als ihr Trainer. «Im Final muss ich den Sprung einfach noch etwas gestreckter springen. Und ich weiss, ich kann das.» Insgesamt zeigte das Schweizer Team eine ansprechende Vorstellung. Dazu trug neben Ariella Kaeslin vor allem auch Linda Stämpfli bei. Die 22-jährige Urdorferin hatte die Enttäuschung über einen Aussetzer an der EM im Frühjahr bestens überwunden und turnte einen fehlerfreien Mehrkampf. Für den Mehrkampf-Final reichte es dennoch nicht. Diesen wird nur die Vorjahres-Achte Ariella Kaeslin bestreiten. Das Team verpasste wie erwartet den anvisierten 14. Rang. Dies auch deshalb, weil Giulia Steingruber und Jessica Diacci lange Zeit verletzt waren. Das führte zu Verunsicherungen und auch zu Fehlern. Am Balken und beim Sprung kamen je ein Vortrag mit Sturz in die Wertung. Der 16. Rang ist die beste Klassierung seit der WM 1997 in Lausanne (ebenfalls 16.). Glückliche Linda Stämpfli, Seite 43 «Ich war extrem nervös»: Ariella Kaeslin setzt zum Jurtschenko mit Doppeldrehung an. Foto: Stefan Wurzer

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