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Kein gelungenes Experiment

Beim «Spitzen-Eishockey»-Spiel besiegte die Schweizer Nationalmannschaft eine Auswahl von NLA- und NLB-Söldnern nach Penaltyschiessen mit 3:2, mochte aber nur mässig zu unterhalten.

Von Emil Bischofberger, Bern Vergangene Woche wurde Sean Simpson als Werbefigur entdeckt. Doch während Vorgänger Ralph Krueger vor allem in den ersten seiner 13 Jahre als Trainer des Schweizer Eishockeynationalteams zahlreiche lukrative Engagements aus der Werbebranche realisiert hatte, ist Simpson weniger gefragt. Er war am Samstag zum Spiel zwischen Bern und Kloten gereist, um in den beiden Pausen die Werbetrommel für das Spiel seines Teams gegen die «NLA Selection» zu rühren. Nur 6639 Zuschauer Allzu viel Anklang fand Simpson nicht. Es verloren sich gestern nur 6639 Zuschauer in die Postfinance-Arena. Damit lag der Verband im Plan: Er hatte mit 6000 bis 8000 Fans gerechnet. Das Bild war trotzdem ungewöhnlich. So sorgte auf der grossen Stehrampe ein Grüppchen von Rapperswil-Jona-Fans zwischendurch für etwas Stimmung. Ausgerechnet deren Spieler Stacey Roest und Thomas Pöck hatten sich jedoch kurzfristig von einem Einsatz dispensieren lassen, sodass Verteidiger Peter Ratchuk, der noch kein Spiel für die St. Galler bestritten hat, der einzige Lakers-Vertreter war. Allgemein hatte sich die Motivation der Ausländer für eine Teilnahme am Spiel in Grenzen gehalten. Das wird sich spätestens im Playoff ändern. Genauso wie das Bild, das sich auf der Bank der «NLA Selection» bot. Da coachte SCB-Trainer Larry Huras Seite an Seite mit seinem Servette-Kollegen Chris McSorley. Letzterer gab sich für einmal jovial statt cholerisch, sodass auch der Linesman lachen musste, als ihm McSorley auf dem Weg in die Kabine seine Brille anbot. Das war aber in etwa das Prickelndste an diesem Vergleich. Nichts war mit einem Offensivspektakel wie in früheren Jahren, als so ein Allstar-Spiel (als das die gestrige Partie bewusst nicht bezeichnet worden war) auch schon einmal 14:12 ausgegangen war (2001). Während das Nationalteam mit Abstimmungsproblemen kämpfte, mangelte es bei der «NLA Selection» schlicht an der letzten Konsequenz. Für Kabinettstückchen fehlte den Söldnern die Inspiration, beim Nationalteam getraute sich keiner, da Trainer Simpson das Spiel als Ernstkampf deklariert hatte. Das erste Drittel war Anti-Eishockey. Das besserte sich danach ein wenig. Vom im Programm angekündigten «Spitzen-Eishockey» waren die Teams aber weit entfernt. Und daran änderte sich auch nichts, als im letzten Abschnitt doch noch Tore fielen. Zwei auf beiden Seiten, sodass auch noch ein Penaltyschiessen geboten wurde, das die Schweizer dann 3:1 für sich entschieden. Erstaunen löste hinterher Simpson mit seiner Sicht der Dinge aus. «Wir haben super gespielt», fand er, und lobte auch die Ernsthaftigkeit, mit der beide Mannschaften ans Werk gegangen waren. «So kam es nicht zu einem 9:1 oder so», erklärte er. Stimmung nur im Vorspiel Vielleicht hätte das Publikum aber genau das gerne gesehen. Diese echte Allstar-Stimmung war nur am frühen Abend aufgekommen, als sich im Vorspiel die «Swiss Legends» mit den «SCB Oldies» duelliert hatten. Da traf Tosio auf Pavoni und Eberle auf Howald. Wer nun aber ein Prominentenspiel im Seniorentempo erwartet hätte, sah sich getäuscht. Die beiden Teams, hauptsächlich mit Akteuren aus den 90er-Jahren bestückt, zeigten ein munteres Spiel. Dabei profitierten die Teams nicht zuletzt von jenen Akteuren, die bis jenseits der 40er-Grenze im professionellen Eishockey mitgemischt hatten, respektive noch immer mitmischen (Martin Rauch und Martin Steinegger). Das Spektakel entschied das Heimteam mit 8:6 für sich. Dass der langjährige SCB-Spieler Steinegger bei den Legends mittat, irritierte zumindest einen einstigen Fans: SCB- und Nationalteam-Verteidiger Philippe Furrer bekannte sich als Zuschauer dazu, einst für «Stoney» geschwärmt zu haben. Schweiz - NLA Selection 3:2 (0:0, 0:0, 2:2) n.P. PostFinance-Arena, Bern. – 6639 Zuschauer. – SR: Stricker/Rochette, Kaderli/Zosso. – Tore: 50. (49:01) Bednar (Metropolit, Sykora) 0:1. 51. (50:15) Seger (Björn Christen, Savary) 1:1. 54. Martin Plüss (Damien Brunner, Rüthemann) 2:1. 58. Sim (Sykora) 2:2. – Penaltyschiessen: Damien Brunner 1:0, Bednar 1:1; Rüthemann 2:1, Sykora -; Martin Plüss -, Metropolit -; Sprunger 3:1, Veilleux -. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen die NLA Selection. Schweiz: Stephan (31. Genoni); Diaz, Philippe Furrer; Du Bois, Bezina; Seger, Julien Vauclair; Helbling, Ramholt; Damien Brunner, Martin Plüss, Rüthemann; Sprunger, Jeannin, Déruns; Björn Christen, Savary, Ambühl; Duca, Gardner, Simon Moser.NLA Selection: Sulander; Kwiatkowski, Popovic; Roch, Brendan Bell; Denissow, Cook; Ratchuk, Signoretti; Brooks, Holden, Salmelainen; Sykora, Metropolit, Bednar; Fata, Mowers, Luomala; Sim, Mark Bell, Veilleux.

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