Zum Hauptinhalt springen

«Kinder sollen sich auch ausruhen können»

Schule Gemeinde Horgen verordnet Erstklässlern Stressprogramm &endash wegen der Lehrer, TA vom 2. 11. Vertrauen in Schulpflege verloren. In der Schule Horgen gelten offenbar andere Regeln als anderswo im Kanton Zürich. Laut Schulpräsidentin Elisabeth Oberholzer könne die Qualität der Schule nur gewährleistet werden, wenn die Erstklässler an vier statt wie sonst üblich an zwei oder drei Nachmittagen unterrichtet werden. Dies, obwohl die Modellstundenpläne des Volksschulamtes einen zweiten oder gar dritten freien Nachmittag im ersten Schuljahr vorsehen. Dabei müsste man ja nur zwei (!) Lektionen auf den Morgen verschieben, um noch einen freien Nachmittag zu erreichen! Es käme mir als Teilzeit arbeitende Mutter auch niemals in den Sinn, meine Kinder diese zwei Stunden unbetreut zu lassen. Und so hilfreich ist es ja auch wieder nicht, wenn die Kinder bis um 15.20 Uhr betreut sind, dann sind ja wohl die wenigsten Eltern von der Arbeit zurück. Im Namen der Kinder fordere ich einen zweiten schulfreien Nachmittag pro Woche, wie es in den meisten anderen Gemeinden offenbar problemlos möglich ist. Kindern in diesem Alter soll genug Zeit zum freien Spielen bleiben, auch Zeit mit der Familie und letztlich auch, damit sie sich ausruhen können. Schärfstens kritisiere ich auch, dass die Ergebnisse einer mit Steuergeldern finanzierten Studie, bei welcher wir als Eltern eines schulpflichtigen Kindes mitgemacht haben, nicht öffentlich bekannt gegeben werden. Ich fühle mich von der Horgner Schulpflege in dieser Frage im Stich gelassen und werde mir bei den nächsten Wahlen genauer überlegen, wer die Schule gestalten soll. Rebecca Wachter, Horgen Vorbereitung auf den harten Alltag. Meine Kinder hatten anfänglich Mittwoch- und Freitagnachmittag schulfrei. Später wurden die Stunden vom Samstagmorgen auf die Wochentage verlegt. Dies auf vielfachen Wunsch von Eltern, die mehr Freizeit mit ihren Kindern haben wollten. Nun möchten auch die Horgner Eltern mehr Freizeit für ihren Nachwuchs. Den Fünfer und das Weggli kann man aber nicht haben. Es ist ohnehin besser, dass die Kinder sich beizeiten an den harten Alltag gewöhnen, in dem sie sich später auch behaupten müssen. Ruth Haug, Guntershausen Für freie Zeit in der Freizeit. Nicht «die Elternschaft» hat eine Reduzierung des Nachmittagsunterrichts in der Primarschule Horgen verlangt, sondern eine Elterninitiative, also ein Teil der Eltern. Das ist ein nennenswerter Unterschied. In meinen Augen ist das Schulzeitenmodell der Schule Horgen mit seiner Blockzeitengarantie ein zukunftsfähiges Erfolgsmodell. Es wäre schade (und für die vielen berufstätigen Eltern ein Ärgernis), dies ohne Not aufzugeben. In Frankreich, England, Skandinavien, den USA und vielen anderen Ländern ist die Tagesschule Standard. Studien führen das bessere Abschneiden der skandinavischen Länder im Pisa-Test darauf zurück, dass dort eben alle Kinder auch die Nachmittage gemeinsam in der Schule verbringen und dort gefördert werden. Das im TA zitierte Modell Deutschlands &endash ausserhalb der Schweiz das letzte mir bekannte Land, in dem erwartet wird, dass die Mutter am Mittag am Herd steht &endash ist ein Auslaufmodell; in unserem Nachbarland wird der Ausbau von Tagesschulen gefördert, um beiden Eltern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen und den Kindern ein Hin und Her zwischen Schule, Mittagstisch und Hort zu ersparen. Natürlich sollen Hobbys nicht zu kurz kommen. Aber sie sollten Bestandteil der Schule sein und in diese integriert oder ihr angegliedert werden. Hausaufgaben sollten in der Schule oder am Mittagstisch erledigt werden können, damit die Zeit nach der Schule wirklich Frei-Zeit ist. Damit würde den Kindern ein grösserer Gefallen getan als mit einem Zurückdrehen der Uhr. Kerstin Hasslöcher, Horgen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch