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Kleine Kassen schlagen stark auf

Bei der jüngsten Prämienrunde fällt auf, dass im Kanton Bern die kleinen Krankenkassen stark aufschlagen. Bei der Sumiswalder Kasse etwa ist der Grund klar: Sie muss ein millionenschweres Loch stopfen.

Die aktuelle Prämienrunde stellt gerade kleinere Krankenkassen vor Probleme, wie Beispiele aus dem Kanton Bern zeigen. Sie sind zum Teil gezwungen, ihre günstigen Konditionen aufzugeben und die Prämien stark anzuheben. Die Sumiswalder Krankenkasse etwa erhöht für ihre 24600 Grundversicherten die Prämien um bis zu 25 Prozent. Der kantonale Durchschnitt liegt bei 11,5 Prozent. Konkretes Beispiel: Ein erwachsener Stadtberner bezahlt bei der Sumiswalder bei einer Jahresfranchise von 300 Franken ohne Unfallversicherung ab dem 1.Januar Fr.409.70 pro Monat. Das entspricht einem Preisaufschlag von monatlich Fr.81.90. Der Grund für den massiven Preisanstieg liegt auf der Hand: Für das laufende Jahr rechnet Geschäftsführer Rolf Pfister mit dem schlechtesten Ergebnis in der Firmengeschichte. Er geht von einem Defizit von 5 bis 7 Millionen Franken aus, was bei einem Eigenkapital von 13,5 Millionen Franken beträchtlich ist. Für die Kasse sei es ein Nachteil, dass sie praktisch nur im «teuren» Kanton Bern tätig sei. «Zudem waren wir letztes Jahr bei der Prämienerhöhung schlicht zu brav», so Pfister. Pfister glaubt an Wende Dieser Preisaufschlag rüttelt auch am Ruf der «Sumiswalder», eine der günstigsten Kassen im Kanton Bern zu sein. Zum Vergleich: Momentan gehört die «Sumiswalder» in zwei der drei Prämienregionen zu den fünf billigsten Anbietern des Kantons. 2010 rutscht sie auf den 15.Platz ab. «Das schmerzt uns», sagt Rolf Pfister. Allerdings geniesse die Platzierung im Moment überhaupt keine Priorität. Es gehe jetzt einzig darum, die finanzielle Stabilität zurückzugewinnen und die Reserven aufzustocken, die deutlich unter den vom Bund geforderten 20 Prozent lägen, so Pfister. Er glaubt dank dem Prämienanstieg an eine Trendwende im nächsten Jahr. Ein zweites Beispiel aus dem Kanton Bern ist die Krankenkasse Steffisburg. 2009 ist sie in der Prämienregion 3 (Amtsbezirke Aarwangen, Frutigen, Interlaken, Niedersimmental, Oberhasli, Saanen, Signau, Trachselwald und Wangen) für Erwachsene mit einer Jahresfranchise von 300 Franken gar die günstigste Kasse im Kanton Bern. 2010 rutscht sie mit einer Prämienerhöhung von Fr.72.75 oder 22,5 Prozent auf den 6.Platz ab. In den beiden anderen Prämienregionen, zu denen die Amtsbezirke Bern und Biel zählen, rutscht die Steffisburger Kasse vom 5. auf den 13.Platz ab. «Keine andere Wahl» Auf der einen Seite ist Präsident Jürg Leuenberger zwar nicht unglücklich darüber, dass seine Kasse nicht die günstigste ist. Dies, weil die billigsten Anbieter nicht selten von Neukunden überrannt werden und an ihre Grenzen stossen. «Über den generellen Kostenschub im Gesundheitswesen bin ich aber gar nicht glücklich.» Die Krankenkasse Steffisburg habe gar keine andere Wahl, als die Kosten auf die rund 9600 Kunden abzuwälzen. «Zwar stehen wir finanziell noch auf der sicheren Seite, den Kostenanstieg müssen wir aber zwingend abfedern.» Mit welchen Mehrkosten die Kasse für 2010 rechnet, gibt sie nicht bekannt. Philippe Müller >

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