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Knatternde Schönheiten begeistern

Scharenweise kamen sie zum Veteranentreffen in Schönenberg angetuckert und erfreuten ihre Fangemeinde: Die Bührers, Hürlimanns, Meilis und andere Oldtimer-Traktoren.

Von Arthur Schäppi (Text) und Sabine Rock (Fotos) Schönenberg – Fein herausgeputzt und aufgereiht wie die Kühe und Kälber an den herbstlichen Viehschauen präsentierten sie sich am Sonntag auf dem Bauernhof Neuhof dem Publikum: vor allem Oldtimer-Traktoren, aber auch nostalgisch anmutende Mähmaschinen und andere Einachser aus der Landwirtschaft, die 40, 50, 60 oder noch mehr Jahre auf der Achse haben. «Fahrzeuge und Maschinen dürfen von Besuchern nicht bestiegen und auf keinen Fall in Betrieb gesetzt werden», hatten die Veranstalter des dritten Schönenberger Oldtimer-Treffens auf Flugblättern wohlweislich gewarnt. Immerhin angefasst und ausgiebig bewundert werden durften die in die Jahre gekommenen robusten Schönheiten vom Lande aber allemal. Mit Lötlampe und Glühkopf Zu den besonderen Raritäten unter den 235 Fahrzeugen zählten etwa Köpfli-Traktoren mit Chevrolet-Motoren. Oder der Lanz Bulldog, Jahrgang 1952, mit dem Jules Keller aus dem aargauischen Untersiggenthal angetuckert kam. Das kutschenähnliche, fast vier Tonnen schwere Zugfahrzeug aus deutschem Herstellerwerk war nie auf Äckern, dafür aber in der kubanischen Industrie im Einsatz gewesen, bevor es von einem holländischen Händler erworben wurde. Dort hat Keller den Bulldog «als Schrotthaufen für teures Geld» gekauft und den Traktor während vier Jahren in unzähligen Freizeitstunden mit Original- und Ersatzteilen wieder instand gestellt und fahrtüchtig gemacht. An der Oldtimer-Show demonstriert er, wie sein Bulldog in Fahrt kommt. Nämlich ohne konventionellen Zünder. Stattdessen heizt Keller mit der Flamme einer Lötlampe den Glühkopf unter dem Motor auf und dreht an der Flanke des Motors an einem Holzrad. Nach acht Minuten ist es so weit: Pomp, pomp, pomp – die ersten Explosionen sind einzeln zu hören, dann springt der Dieselmotor an. Bauer Schmids «Liebling» Manche der vierrädrigen Veteranen stehen noch immer auf Feldern und Äckern im Einsatz. So etwa auch der über fünfzigjährige Bührer-Traktor, mit dem der Schönenberger Landwirt Sepp Schmid auch heute noch das frisch geschnittene Gras für seine Kühe holt. Es sei sein «Liebling» unter seinen Traktoren, weil er ihn schon seit seiner Jugend durch den bäuerlichen Arbeitsalltag begleite, bekennt Schmid: «Mein Vater hatte ihn 1966 als Occasion gekauft, als ich gerade aus der Schule entlassen wurde.» Ausser den vier Rädern mit den gemütlichen Oldtimern kaum noch etwas gemeinsam haben die modernen Traktor-Boliden Hollandia, die in Schönenberg ebenfalls gezeigt wurden. Die 220 000 Franken teuren Kraftprotze mit stufenlosem Getriebe und 6,8 Tonnen Gewicht haben 220 Pferdestärken unter der Haube. Und statt auf einem spartanischen Blechschalensitz an der Zugluft sitzt der Lenker in einer klimatisierten Kabine auf einem luftgefederten Sessel. Ein Eicher-Traktor (1957, links) und ein Lanz-Traktor (1957) stehen in Schönenberg. Jules Keller wirft den Motor seines Lanz aus dem Jahre 1952 mit einer Lötlampe an. Die Ausstellung der Oldtimer-Traktoren auf dem Neuhof in Schönenberg zieht viele interessierte Besucher an.

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