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Koksender Verkehrsrowdy muss zum Psychiater

Ein Mazedonier hat der Polizei wilde Verfolgungs- jagden durchs Zürcher Oberland geliefert und im Kokainrausch fast einen Fahnder angefahren.

Von Attila Szenogrady Uster/Oetwil &endash Äusserlich hinterliess der 27-Jährige Angeklagte aus Oetwil am See vor dem Obergericht einen harmlosen Eindruck. Doch vor dem Richter stand ein gefährlicher Verkehrsrowdy, dem seit Mitte 2003 der Führerausweis vier Mal entzogen worden war. Trotzdem fuhr er immer wieder mit einem Wagen herum. Drei Mal wurde er dabei mit Kokain im Blut erwischt. Zwei Mal lieferte der zweifache Vater der Polizei wilde Verfolgungsjagden. Erst ein Nagelgurt stoppte ihn Die erste Amokfahrt geschah am 22. Januar 2010. Damals fuhr der Hilfsarbeiter nach dem Konsum von Kokain von Oetwil nach Uster, wo er am Abend vor einer Polizeikontrolle das Weite suchte. Dabei raste er mit über 100 Stundenkilometern Richtung Riedikon. Vor einem geschlossenen Bahnübergang auf der Aathalstrasse schien die Flucht zu Ende. Doch dann legte der Mann plötzlich den Rückwärtsgang ein und fuhr dabei beinahe in das rechte Bein eines Polizeibeamten. Dieser konnte sich gerade noch in seinem Dienstfahrzeug in Sicherheit bringen. Erst ein Nagelgurt stoppte den Mazedonier. Der geständige Angeklagte wurde am 15. Dezember 2010 vom Bezirksgericht Uster wegen versuchter schwerer Körperverletzung, groben Verkehrsdelikten, Fahrens trotz Entzug des Führerausweises und weiterer Vergehen zu einer erstaunlich milden bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 1000 Franken Busse verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und verlangte am Freitag vor dem Obergericht die Erhöhung auf eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Unbelehrbarer Täter Doch während der Berufungsverhandlung kam eine neue, skandalöse Tatsache auf den Tisch. Gegen den Oetwiler Verkehrsrowdy war inzwischen erneut eine Strafuntersuchung eingeleitet worden. So hatte er nur fünf Wochen nach dem Urteil von Uster der Polizei wieder eine Verfolgungsjagd durch das Zürcher Oberland geliefert. Diesmal Ende Januar 2011 im Bezirk Hinwil. Wieder ohne Führerausweis, dafür mit viel Kokain im Blut. Für das Obergericht war klar, dass das Verhalten des Beschuldigten nicht mehr in einer normalen Bandbreite liege. Es ordnete ein psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit des Mannes an. Der Angeklagte wird sich also erst nach einer gründlichen Begutachtung vor einem Strafrichter verantworten müssen.

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