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Kröten sind im Bopplisser Weiher wichtiger als Badende

Ein Bürger wollte, dass der Feuerwehrteich in Boppelsen für Badende attraktiver wird. Der Gemeinderat winkte ab – wegen des Artenschutzes.

Von Anna Bérard Boppelsen – Der Feuerwehrteich in Boppelsen sorgte an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Freitag für Diskussionen. In einer Anfrage wollte der Stimmbürger Peter Gassmann vom Gemeinderat wissen, warum der «idyllisch gelegene Natur- und Badeweiher» in den vergangenen Jahren nicht mehr gereinigt worden sei. Das Gewässer sei «zu einer echten Kloake verkommen» und zum Baden ungeeignet, meint Gassmann. Er sieht besonders das Seegras im Weiher als Gefahr für Badende. Der Bopplisser Teich ist in der Gemeinde ein unerschöpfliches Thema. Immer wieder entbrennen Diskussionen, weil er gleichzeitig als Badeweiher dient und seltenen Amphibien Lebensraum bieten soll. Gemeindeschreiber Frank Blindenbacher las den Versammelten am Freitag die Antwort des Gemeinderats auf Gassmanns Anfrage vor. Darin schreibt die Behörde, dass aufgrund des trockenen Frühlings kaum mehr frisches Wasser in den Weiher fliesse. Der Bach sei fast trocken, einzig aus den Drainagen der Felder und Äcker laufe Wasser in den Weiher. Doch dieses Wasser ist mit Nährstoffen angereichert und bringt darum das Seegras zum Wachsen. Zudem habe man bei der Sanierung des Weihers einige schattenspendende Bäume entfernt. Jetzt heize die Sonne das Wasser auf, was das Wachstum des Seegrases weiter fördere, erklärt Blindenbacher. Erst im Herbst reinigen Wie vorgesehen werde der Weiher aber weiterhin regelmässig gereinigt. Doch könne das Wasser im Winter, Frühling und Sommer nicht abgelassen werden, weil dann Tiere den Weiher bewohnen, schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort. Folglich werde der Weiher erst im Herbst gereinigt. Im Bopplisser Weiher legt die Geburtshelferkröte ihre Eier ab. Die Geburtshelferkröte ist laut dem Kantonalen Amt für Landschaft und Natur auf der «Roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz» als gefährdete Art aufgeführt. Das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz verpflichtet die Gemeinde Boppelsen dazu, dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung der Lebensräume entgegenzuwirken. Das heisst, die wenigen verbleibenden Lebensräume der Geburtshelferkröte müssen geschützt werden.

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