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Kultur Wo bleiben hochklassige Werke im öffentlichen Raum? TA vom 7. 9.

Kultur Wo bleiben hochklassige Werke im öffentlichen Raum? TA vom 7. 9. Die «Konkreten» in Zürich. Dem Zürcher Maler und Plastiker Gottfried Honegger hätte ich für seine späten Tage einen entspannten Blick über den Tellerrand der konstruktiven Kunst hinaus gegönnt. Seine argwöhnische Beschimpfung von Künstlern anderer Generation ist nicht schön. Unsere «Konkreten» haben in Zürich eine Heimat, doch nicht die Oberhoheit über andere Künste und Künstler. Sie konnten zu ihrer Zeit mit Erfolg Endlosschlaufen und Balken aus poliertem Granit neben Portale von Banken platzieren und hatten starken Einfluss auf Architektur, Typografie und Gestaltung nehmen können. Zu kurz gekommen sind sie nicht. Geachtet werden sie sehr, heiss geliebt und verehrt werden sie wohl wegen ihrer distanzierenden Strenge nicht. Darunter leiden sie, deswegen sind sie verbittert, auch weil sie heute nicht die Früchte sehen, die sie sehen wollten. Sorglos bin ich über gewisse eklektische Kräfte und Tendenzen der Kulturbewirtschaftung in Zürich auch nicht. Meine Sorgen begründen aber nicht die einzelnen Künstler mit ihren Projekten, sondern deren Stellenwert in der Gesellschaft. Leo Ullmann, Zürich Wohin steuert unsere Kunstszene? Gottfried Honeggers Einschätzung der Kulturpolitik im öffentlichem Raum Zürichs trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. Natürlich sollen alle frei sein, ihre Werke zu gestalten. Wenn ich gewisse «Kunstinstallationen» betrachte, so stellt sich da die Frage, wohin steuert unsere aktuelle, fragwürdige Kunstszene, und warum soll der Bürger diese Gebilde mit Steuergeld unterstützen? Waldemar Santi, Uitikon «Geachtet werden sie sehr, heiss geliebt wohl nicht.»

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