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Kulturschaffende hoffen auf Dorfsaal

Sowohl die Vorlage für einen Projektierungskredit für den Dorfsaal als auch der Kredit für Tagesstrukturen kommen in Pfäffikon unverändert an die Urne; so will es das Stimmvolk.

Pfäffikon. - Mit dem Projektierungskredit von 460 000 Franken für den Dorfsaal und der Einführung von Tagesstrukturen standen am Montag zwei gewichtige Traktanden auf der Tagesordnung der Pfäffiker Gemeindeversammlung. Dementsprechend gross war der Publikumsaufmarsch. Nicht weniger als 244 Stimmberechtigte fanden den Weg in die reformierte Kirche - so viele, dass Gemeindepräsident Hans Heinrich Raths (SVP) von einer «Rekordzahl» sprach. Und dies, obwohl es eigentlich nur wenig zu entscheiden gab - schliesslich wurden die beiden Hauptgeschäfte nur vorberaten.

Bei der Diskussion um den Dorfsaal ging es in verschiedenen Wortmeldungen um die Frage, ob sich die Gemeinde Pfäffikon das 8,5-Millionen-Projekt überhaupt leisten könne. Für Finanzvorsteherin Erika Walt (SVP) ist diese Frage klar mit Ja zu beantworten: «Wir stehen gut da, haben fast 30 Millionen Franken im Eigenkapital, werden 2009 wohl positiv abschliessen und können die neue Sporthalle bis Ende 2010 bereits abschreiben. Ausserdem wird der Neue Finanzausgleich uns Zusatzeinnahmen von zwei bis zweieinhalb Millionen bringen.» Weniger euphorisch als Walt zeigte sich der Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), Hans Paul Gemperli (CVP). Für ihn sei der Dorfsaal im Kesselhaus der Firma Huber & Suhner «in der heutigen Situation nicht finanzierbar», wie er betonte. Er räumte aber ein, der Neue Finanzausgleich sei ein «Hoffnungsträger». Gemperli sprach sich klar für den Projektierungskredit aus, über den die Pfäffiker am 29. November an der Urne abstimmen werden. Nur so könnten offene Fragen geklärt werden. «Die RPK befürwortet mit ihrem Ja ausdrücklich nicht automatisch auch den Bau des Dorfsaals», betonte er allerdings.

Grüne wollen anderes Gebäude

Weniger finanzielle als vielmehr grundsätzliche Einwände brachte Pirmin Knecht als Sprecher der Grünen vor. «Wir sind nicht prinzipiell gegen einen grosszügigen Dorfsaal, aber das Kesselhaus ist einfach das falsche Gebäude», sagte er. Nicht nur, dass das Kesselhaus - welches Huber & Suhner der Gemeinde kostenlos überlassen will - de facto nichts wert sei und sein Umbau die Gemeinde so teuer zu stehen komme wie ein Neubau, auch der Standort sei unzweckmässig. «Das alte Backsteingebäude am Stogelenweg wäre viel besser geeignet. Es bietet direkten Zugang zur Festwiese am See. So könnten Synergien genutzt werden.» Zudem, so Knecht, seien mit einem Dorfsaal im Kesselhaus, der von Wohnbauten umgeben wäre, Konflikte wegen Lärmbelästigungen vorprogrammiert.

Peter Hotz als Vertreter der IG Kultur und Marc Holland, Präsident des Vereins «Kultur im Rex», bemühten sich, die Einwände zu entkräften. Das Backsteingebäude sei als möglicher Standort geprüft worden. Weil es aber im Gegensatz zum Kesselhaus im Innern zahlreiche Säulen aufweise, sei es weniger gut geeignet. Lärmklagen aus der Nachbarschaft erwarte man nicht. Schliesslich stehe das heutige Rex, dessen Betrieb dereinst in den Kesselbau umziehen soll, mitten in einem Wohngebiet, wo es noch nie zu Klagen gekommen sei.

In seinem Schlusswort warb Gemeindepräsident und Kulturvorstand Hans Heinrich Raths nochmals eindringlich für eine Annahme des Projektierungskredits Ende November. Pfäffikon erfreue sich einer lebendigen Dorfgemeinschaft, aber eine solche Gemeinschaft brauche zum Funktionieren auch geeignete Räume, sagte er.

Kaum weniger zu reden als die Dorfsaalfrage gab die Schaffung von Tagesstrukturen. Deren Einführung ist im Grundsatz - weil vom Kanton vorgeschrieben - zwar unumstritten. Detailfragen können von den Gemeinden allerdings individuell geregelt werden. Nach dem Willen des Pfäffiker Gemeinderates sollen sich die Eltern der Kinder, die von den Tagesstrukturen profitieren, mit durchschnittlich 60 Prozent an den entstehenden Kosten beteiligen. Durchschnittlich darum, weil die verrechneten Kosten aufgrund der finanziellen Verhältnisse der Eltern individuell berechnet werden. Finanziell schlechter Gestellte bezahlen somit weniger als Begüterte.

Der RPK war eine Beteiligung von 60 Prozent allerdings zu wenig. Präsident Hans Paul Gemperli forderte, die Kosten zu 100 Prozent weiterzuverrechnen. Genau in die Gegenrichtung zielten die Grünen, die einen Elternanteil von lediglich 50 Prozent verlangten. Zudem sei der Elternbeitrag für den Mittagstisch zu reduzieren.

Der goldene Mittelweg

Angesichts der diametral auseinanderliegenden Vorstellungen sprach Schulpräsident und Gemeinderat Hanspeter Hugentobler (EVP) von einer «mittleren Unzufriedenheit», die er grundsätzlich positiv bewerte. Sie zeige, dass der Antrag wohl ein guter Mittelweg sei - auch im Vergleich mit anderen Gemeinden. Die Änderungsanträge von RPK und Grünen sowie ein weiterer Antrag einer Einzelperson, die Tagesstrukturen auch während der Ferien forderte, wurden von den Stimmberechtigten deutlich bachab geschickt. Die Pfäffiker können somit am 29. November über die unveränderte Vorlage, die wiederkehrende Nettokosten von knapp 291 000 Franken auslöst, abstimmen.

Wo heute noch Heizkessel stehen, sollen ab 2013 kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen stattfinden.

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