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Leitfaden für die Abc-Schützen im Fussball

Der älteste Teilnehmer trug Jahrgang 1945, der Jüngste war erst 18 Jahre jung. In Volketswil liessen sich insgesamt 39 Männer und Frauen im Kinderfussball instruieren.

Fussball. - Walter Grüter, Konditionstrainer bei den Grasshoppers in der Super League, übt mit seinen Schützlingen das Passspiel. Boro Kuzmanovic, Verantwortlicher des FC Winterthur, lässt Laufübungen machen. Der Dritte im Bunde, der ehemalige GC-Stürmer Peter Traber, heute Trainer beim FC Kilchberg-Rüschlikon, zeigt seinen Schülern, welche Möglichkeiten es gibt, den Ball aus der Luft zu stoppen. Grüter, Kuzmanovic und Traber sind Instruktoren des Schweizerischen Fussballerverbands (SFV), die in Volketswil den praktischen Teil des Einsteigerkurses für Fussballtrainer leiten. Der Kurs heisst offiziell Kifu ZH FVRZ 9/09 - das bedeutet, es ist der neunte Kinderfussball-Kurs des Fussballverbands der Region Zürich in diesem Jahr. Er wird zum fünften Mal auf der Sportanlage im Gries durchgeführt. «Hier finden wir optimale Bedingungen vor. Ist das Wetter schlecht, kommt uns der Kunstrasen entgegen», erklärt FVRZ-Kursleiter Oscar Mesonoro aus Dachsen am Rheinfall. Im «richtigen Leben» ist der vierfache Familienvater KV-Lehrer in Schaffhausen. An diesem heissen Sommertag erweist sich der Kunstrasen als Nachteil. Es scheint, als würde die Sonne auf dem reflektierenden Plastikteppich die Temperaturen noch mehr in die Höhe treiben. Trotz der Hitze legen sich die 40 Kursteilnehmer aber mächtig ins Zeug. Der 64-jährige Walter Graf aus Volketswil beweist sogar, dass auch Veteranen immer noch gut mit dem Ball umgehen können und mit der körperlichen Belastung keine Probleme bekunden. «Ich bin seit Jahren beim FC Uster, spiele immer noch für den Verein und trainiere die F-Junioren. Nun mache ich für den Kinderfussball das Trainerdiplom», sagt der rüstige Senior. Monika Kramer, die einzige Kursteilnehmerin, will als diplomierte Trainerin für den FC Küsnacht die Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren ins Fussball-ABC einführen. Erstes von acht Trainerdiplomen Vielleicht hat der 18-jährige Luca Keller, der jüngste Teilnehmer, vom FC Thayngen noch andere Beweggründe, am Kurs teilzunehmen. Möglicherweise möchte er eine Trainerkarriere einschlagen. Bis zum höchsten Trainerdiplom, zur Uefa-Pro-Lizenz, ist es ein weiter Weg. Jedem, der sich zum Trainer im Spitzenfussball berufen fühlt, wird aber zuallererst das Kinderfussball-Zertifikat ausgehändigt. Zwei Tage dauert der Anfängerkurs. «Eigentlich schafft es jeder. Nur höchst selten müssen wir jemandem das Diplom verweigern - jeweils aus disziplinarischen Gründen», sagt Mesonoro. «Wir schreiben die Kurse zu Beginn des Jahres aus. Die Resonanz ist gross. In der Region Zürich führen wir pro Jahr 14 Kurse durch. 40 bis 50 Interessierte können daran teilnehmen. Wir bilden also pro Jahr rund 600 Trainer für Kinderfussball aus.» Nebst dem praktischen Teil wird an den beiden Tagen auch viel Theorie gebüffelt. Mesonoro referiert über die Spiel-Philosophie des SFV im Nachwuchsbereich: «Der SFV propagiert den Offensivfussball.» Er gibt auch den Ablauf einer Trainingseinheit vor: «Erst gibt es ein Spiel. Daraus lernen die Kinder. Dann wird geübt, trainiert eben. Schliesslich folgt nochmals ein praktischer Teil mit einem Spiel.» Wie man mit Kindern auf und neben dem Platz umgeht, erklärt Ernst Graf, Leiter der Academy, der Nachwuchsabteilung des FC Zürich. Mit launischen Worten führt Graf die angehenden Trainer in die Kunst des Coachings für Kinder ein. Er weist vor allem auch auf die sensiblen Seiten hin, die es im Umgang mit Kindern unbedingt zu beachten gilt. Graf sagt: «Seid Vorbild, vermittelt Begeisterung und Freude, fördert das Selbstvertrauen, lehrt die Kinder Fairness und die Leistung des Gegners zu respektieren.»

In Volketswil lernen die Kursteilnehmer praxisnah, wie sie die Kleinsten für den Fussball begeistern können.

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