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Mädchen prallte ungebremst in Baum

Bei einem tragischen Unfall mit einer selbst gebauten Seilbahn im Cevi-Pfingstlager in Oetwil an der Limmat hat ein achtjähriges Mädchen tödliche Kopfverletzungen erlitten.

Von Stefan Hohler Oetwil an der Limmat – Das Mädchen aus dem Limmattal befand sich mit 26 weiteren Kindern und 13 Leitern in einem Cevi-Zeltlager in Oetwil. Am Sonntagvormittag stand ein Parcours auf dem Programm, an dem die Kinder unter anderem eine Fahrt auf einer von den Gruppenleitern aufgebauten Seilbahn machten. Laut Kantonspolizei hatten die Leiter in einer Distanz von rund 100 Metern und in einer Höhendifferenz von 30 bis 40 Metern zwischen zwei Bäumen ein Seil gespannt. Die Seilbahn führte über den Abhang eines Waldstückes. Mit einem zweiten Seil gesichert und in einem Klettergurt sitzend, glitten die Kinder und Jugendlichen an diesem Morgen den Hang hinunter. Beinahe ganze Strecke hinunter Die ersten Fahren verliefen problemlos. Beim achtjährigen Mädchen dagegen kam es zum Unfall. Es fuhr ungebremst beinahe die ganze Strecke hinunter und prallte in den Baum am unteren Teil der Seilbahnkonstruktion. Das Mädchen erlitt schwere Kopfverletzungen. Einer der beiden unteren Postenleiter versuchte noch den Aufprall zu dämpfen. Der Mann blieb unverletzt. Die Postenverantwortlichen leisteten sofort Erste Hilfe und alarmierten die Sanität. Das Mädchen wurde mit einem Rettungshelikopter der Rega ins Spital geflogen. Dort erlag es am Sonntagabend seinen schweren Verletzungen. Über die Gründe, die zum Unfall führten, ist noch nichts bekannt. Ein Augenzeuge, der später auf dem Unfallplatz war, sagte, dass er kein zerrissenes Sicherheitsseil gesehen habe. Das heisst, es kann als Unfallursache ein technischer Defekt oder Fahrlässigkeit infrage kommen. Laut Kantonspolizei gibt es noch keine Hinweise, weshalb die Sicherung versagte. Die genaue Unfallursache wird durch die Kantonspolizei, das Forensische Institut und die Staatsanwaltschaft abgeklärt. Nach dem Unglück hat die Cevi-Abteilung ihre Zelte abgebrochen und das Lager in einem Gebäude in der Region weitergeführt. Am Montagmorgen nahmen Leiter, Kinder und Angehörige in einem Gottesdienst Abschied von dem verunglückten Mädchen. Die Lagerteilnehmer wurden von einem Care-Team der Kantonspolizei und von weiteren Seelsorgern betreut. Vorerst keine Seilbahnen mehr In einer Pressemitteilung zeigte sich der Dachverband Cevi Schweiz vom Unglück zutiefst erschüttert und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Man werde den Eltern und Leitern beistehen, um sie in dieser schwierigen Situation nicht alleinzulassen. In einem ersten Schritt hat Cevi Schweiz entschieden, auf Seilbahnkonstruktionen zu verzichten, solange der Fall nicht geklärt ist. Weiter schreibt der Dachverband, dass die Lageraktivitäten gemäss den Vorgaben und Richtlinien von Jugend und Sport stattfinden (siehe Kasten). J+S-Leiterinnen und -Leiter hätten eine anerkannte Ausbildung und besuchten regelmässig Weiterbildungen. Nach dem Unfall brach die Abteilung ihre Zelte ab und führte das Lager in einem Haus weiter. Die knapp 100 Meter lange Seilbahn führte 30 bis 40 Meter tief den Hang hinunter. Der Baum, an dem sich die 8-Jährige schwer verletzte. Fotos: Markus Heinzer (Newspictures)

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