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Mädchen von zwei Jugendlichen vergewaltigt

Ein heute 18-Jähriger hat mit einem gleichaltrigen Kollegen eine zur Tatzeit 14-Jährige vergewaltigt. Sie ahmten einen billigen Pornofilm nach.

Zürich. - Der Fall hatte sich 2007 im Bezirk Bülach ereignet. Zwei damals 15-jährige Jugendliche lockten ein 14-jähriges Mädchen, welches das gleiche Schulhaus wie die Knaben besuchte, unter einem Vorwand in die elterliche Wohnung eines Täters. Sie hatten dem Mädchen glaubhaft gemacht, ihm ein Computerspiel erklären zu wollen. Ihre Absicht war jedoch, Sex mit der 14-Jährigen zu haben. In der Wohnung legten sie zuerst einen Pornofilm ein, dann machten sie sich an das Mädchen ran. Was in der nächsten halben Stunde folgte, war die «Nachahmung eines billigen Pornofilms» wie der Gerichtsvorsitzende Peter Marti gestern sagte. Die Verhandlung hatte zum Schutze des minderjährigen Opfers am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Gestern Dienstag erläuterten die Richter ihren Entscheid vor den Medien.

Mädchen verlor die Jungfräulichkeit

Das Mädchen, welches noch Jungfrau war, wurde von den jugendlichen Tätern mehrmals vaginal und anal vergewaltigt. Es musste die beiden auch oral befriedigen. Anfänglich wehrte sich das Opfer, gab dann aber aus Angst und wegen der aussichtslosen Lage den Widerstand auf.

Einen Tag nach dem Sexexzess konnte die Polizei die beiden verhaften. Das Mädchen hatte den Eltern von der Vergewaltigung erzählt, worauf diese die Polizei benachrichtigten. Die Burschen sassen zuerst rund einen Monat in Untersuchungshaft, seitdem befinden sie sich in einer sogenannten jugendrechtlichen Schutzmassnahme (Unterbringung), also in einem - nicht geschlossenen - Jugendheim oder bei einer Pflegefamilie. Einer der Täter war zudem an Raubüberfällen beteiligt.

Die beiden ausländischen Täter, die schon lange in der Schweiz wohnen, waren vor einem Jahr vom Jugendgericht Bülach wegen Vergewaltigung sowie sexueller Nötigung zu bedingten Freiheitsstrafen von elf und zehn Monaten verurteilt worden. Diese Strafe ist aber durch die bereits von der Jugendanwaltschaft angeordnete Unterbringung ersetzt worden. Das Schweizer Opfer musste danach eine Therapie machen und besuchte längere Zeit nicht mehr die Schule.

Massnahmen bis zum 22. Altersjahr

Beide Beschuldigten legten Berufung ein. Sie stritten die sexuellen Handlungen nicht ab, sie seien aber einvernehmlich gewesen. Kurz vor der Verhandlung am Montag zog einer der Täter seine Berufung per Fax zurück, sodass nur noch ein Fall behandelt werden musste. Laut Oberrichter Marti stand dabei die Frage der Nötigung im Vordergrund, also ob der Bursche Gewalt oder psychischen Druck ausgeübt habe. Das Argument der Verteidigung, das Mädchen habe freiwillig erste sexuelle Erfahrungen sammeln wollen, konnte das Gericht nicht bejahen. Selbst wenn das Mädchen am Anfang zum Sex bereit gewesen wäre, wäre es wohl nicht einverstanden gewesen, seine Unschuld bei einem brutalen «Dreier» zu verlieren, fanden die Richter.

Sie folgten der Vorinstanz und bestätigten die bedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten und die Unterbringung in einem Jugendheim oder bei einer Pflegefamilie. Zudem soll der verurteilte Jugendliche eine ambulante Therapie in Angriff nehmen. Diese Schutzmassnahme wird jährlich überprüft. Die beiden jungen Männer bleiben zumindest so lange im Heim oder in der Pflegefamilie, bis die Jugendanwaltschaft diese Massnahmen aufhebt. Spätestens im Alter von 22 Jahren wird die Schutzmassnahme aber beendet sein.

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