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«Man soll Michel Müller eine Chance geben»

KirchenratspräsidentVon «SF bi de Lüt» an die Spitze der reformierten Kirche,TA vom 16. März Kein Familienidyll. Als Pfarrerin bin ich von der Wahl des neuen Kirchenratspräsidenten enttäuscht. Wie Michael Meier denke auch ich, dass die Familiensituation von Michel Müller eine entscheidende Rolle gespielt hat. Sind sich jedoch die traditionellen und konservativen Synodalen, die so entschieden haben, auch dies bewusst? Müller war meines Wissens der einzige Kandidat mit drei noch kleinen Kindern. Diese werden ihn in Zukunft kaum mehr sehen, wird er doch wegen seines neuen Amtes nicht oft zu Hause sein. Für mich ist das alles andere als ein Familienidyll. Aber Hauptsache, nach aussen stimmt das Bild: Pfarrer mit Frau und Kindern. Wir können nur hoffen, dass es auch in Zukunft so intakt bleibt. Selbst Mutter von drei Kindern, würde ich das für meine Familie auf keinen Fall so wollen. Claudia Rüegg Bissig, Rüti Müller eine Chance geben. Wie kommt Michael Meier dazu, zum wiederholten Mal einen derart gehässigen Artikel gegen Michel Müller zu schreiben? Ist es so anrüchig, wenn jemand seine Arbeit als Gemeindepfarrer, Seelsorger, Familienvater, Jugendleiter, Pfarrerausbildner und Synodale gut macht? Wir alle schätzen Andrea Bianca als Kirchenrat, der sein Departement gut führt und wertvolle Impulse für das Gemeindeleben gibt. Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist, der vom Journalisten ganz selbstverständlich als der einzig wählbare Kirchenratspräsident vorgestellt wurde, leistet ebenfalls wertvolle Arbeit und kann wahrscheinlich mehr bewirken für die Öffentlichkeit, wenn er an seiner angestammten Stelle bleibt. Weshalb liess man keinen Vertreter der Fraktion zu Wort kommen, die Michel Müller portiert hat? Man soll ihm eine Chance geben, die Zürcher Kirche würdig zu vertreten. Mit seiner Ausstrahlung, seinem Charisma und seinem festen Glauben wird er dies hervorragend tun. Erika Egger, ZürichMitglied des Synodalvereins Wer gehört zu welcher Fraktion? Die Synode habe bei der Wahl des neuen Kirchenratspräsidenten vor allem ihre Fraktionsinteressen verteidigt, heisst es im Tagi-Kommentar. Schon während des Wahlkampfs wurden die Fraktionen immer wieder ins Spiel gebracht und sind anscheinend ein wesentlicher Faktor in der «Zürcher Kirchenpolitik». Ich als Stimmbürgerin kenne jedoch weder die Ausrichtung noch das Programm dieser Fraktionen. Auch bei den für die Synode Kandidierenden wird deren Fraktionszugehörigkeit verschwiegen. Dem Stimmbürger werden also meiner Meinung nach wesentliche Informationen verschwiegen, was ich als undemokratisch erachte. Die nächsten Synodal-Wahlen stehen vor der Tür, und ich erwarte, dass die Fraktionszugehörigkeit der Kandidatinnen und Kandidaten offengelegt wird. Hedy Anderegg, Erlenbach Am Rand die Mitte suchen. Kirchenrat Bianca ortet den Grossmünsterpfarrer also an der Peripherie der Kirche. Wie hat er das wohl gemeint? Anerkennend? Ich hoffe es. Oder aus der Sicht des Zentrums? Welches Zentrum? Jenes der Kirchenleitung womöglich? «Geh hinaus auf die Landstrassen und an die Zäune (Peripherie), und dränge sie, hereinzukommen, damit mein Haus voll wird!», heisst es im Evangelium (Luk. 14, 23). Jesus hat am Rand die Mitte gesucht – und so manchen Menschen gefunden. Das ebenso zu tun, könnte ein Schritt in der Nachfolge sein, die Michael Meier in seinem Kommentar so schmerzlich vermisst. Anselm Burr, Zürich Entscheidende tägliche Kleinarbeit. Ich kenne Michel Müller nicht. Vielleicht hat die Synode ja wirklich einen eher durchschnittlichen Pfarrer zum Kirchenratspräsidenten gewählt. Gewählt hat sie wohl vor allem einen, der sich besonders durch kontinuierliche unspektakuläre Basisarbeit in seiner Kirchgemeinde auszeichnet. Das ist mir ausgesprochen sympathisch, denn letztlich entscheidet sich in der täglichen Kleinarbeit an der Basis die Glaubwürdigkeit unserer Kirche – nicht in wohl formulierten Sonntagsreden und -projekten. Und ich vertraue darauf, dass ein angeblich durchschnittlicher Mensch am neuen Ort überraschend erfrischend sein kann. Und ich vertraue darauf, dass der evangelische Aufbruch nicht in den Schlagzeilen der Medien stattfindet, sondern indem die tägliche, mühselige, unspektakuläre Kleinarbeit intensiviert wird. Heinz Wulf, Maur Michel Müller freut sich über die Wahl zum Kirchenratspräsidenten.Foto: Sophie Stieger

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