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«Mein Bruder brauchte jemanden, den er abschiessen konnte»

Im Moment ist es wohl Reto Berra. Er hat Konstanz in sein Spiel gebracht. Biel sammelte dank ihm einige Punkte. In den Unterbrüchen schaue ich schon manchmal in die Zuschauerränge und denke «Der da, ist das nicht jemand, den ich kenne?» oder «Der sieht ja lustig aus». Das hilft mir, kurz abzuschalten. Wenn es dann aber weitergeht, bin ich wieder voll fokussiert. Was ist das Verrückteste, was Ihnen während eines Spiels in den Sinn kam? Als ich mit meinen zehn Jahre älteren Brüdern Strassenhockey spielte, musste ich ins Tor. Ich hatte gar keine andere Wahl. Und als ich erstmals ein Spiel besuchte, schaute ich nur auf den Torhüter. Für mich gab es nie etwas anderes. Wie entspannen Sie sich am besten? Vor dem fünften Zürcher Derby der Saison tat sich bei Kloten vor allem neben dem Eis etwas: Der finnische Center Tommi Santala verlängerte seinen Vertrag wie erwartet um zwei Jahre. Und der kanadische Verteidigerpatron Micki DuPont unterschrieb vorzeitig bis 2015. Damit konnten die Flyers zwei ihrer wichtigsten Spieler an sich binden. Für nächste Saison stehen nun drei Ausländer unter Vertrag. Noch offen ist, ob auch mit dem defensiv stabilen Westcott verlängert wird. Den Verein verlassen wird hingegen Steve Kellenberger: Der Center, der seine gesamte Karriere in Kloten verbracht hat und zurzeit wegen einer erneuten Schulterverletzung fehlt, wechselt zum Saisonende nach Biel. Gegen die ZSC Lions kann heute Sutter nach überstandener Gehirnerschütterung zurückkehren. Lemm trainiert ebenfalls wieder mit der Mannschaft und dürfte Ende Monat das Comeback geben. Die Statistik spricht für die Flyers: Zu Hause haben sie die letzten fünf Derbys für sich entschieden. Im Sommer auf dem Golfplatz oder auf dem Zürichsee. Ich miete jeweils mit Kollegen ein Boot, dann kommt es nicht so teuer. (sg.) Nein. Wir sind doch normale Menschen, ein Teil der Mannschaft. Ich glaube, früher, als die Torhüter noch ohne Maske spielten, da musste man schon ein bisschen verrückt sein. Aber heutzutage ist man so gut geschützt. Und die Spieler werfen sich ja auch in die Schüsse. Mein älterer Bruder brauchte jemanden, den er abschiessen konnte. Aber ich hatte keine grossen Einwände. Mir gefiel, dass der Torhüter sich abhob: Er hat eine andere Ausrüstung. Ausserdem darf er 60 Minuten lang auf dem Eis sein. Ich mache Arbeiten am Haus, zum Beispiel verlege ich Bodenplatten. Und direkt nach Spielen gönne ich mir ein Bierchen und gehe früh schlafen. Wer ist der beste Goalie der Liga? Was ist die wichtigste Qualität eines Torhüters? Während des Matchs ist man ganz im Moment drin, da denkt man kaum an etwas anderes. Aber vor Festtagen etwa muss ich aufpassen, dass ich in der Garderobe nicht zu sehr darüber nachdenke, welche Geschenke ich kaufen muss oder wie ich die freien Tage verbringe. Das möchte ich hier nicht sagen. Wenn ich jetzt einen Namen nenne, hat er schon gewonnen, wenn er das nächste Mal auf mich zuläuft. Konstanz. Im Kopf stark zu sein. Und: Das Spiel lesen zu können. Man muss wissen, welche Optionen der Stürmer hat, damit man nicht überrascht wird. Dieses Wissen eignet man sich über die Jahre an. Man muss immer am Boden bleiben und an Details feilen. Indem ich zu Hause im Bett Serien schaue oder ins Kino gehe. Meine Lieblingsserie ist Entourage. Davon habe ich schon alle acht Staffeln gesehen. Leonardo Genoni hat einen sehr guten Weg gemacht. Er hat sich sehr schnell zu einem Topgoalie entwickelt. Das Mentale. Zu einem gewissen Grad kann man daran arbeiten – mit Mentaltraining oder Yoga. Aber das Wichtigste ist die Erfahrung: Je mehr Spiele man absolviert, desto mehr Situationen kennt man. Und desto besser kann man auch mit Schwierigkeiten umgehen. Weshalb wurden Sie einst Goalie? Vor welchem Stürmer haben Sie am meisten Respekt? Ich denke schon. Ich habe als Goalie eine spezielle Rolle im Team, bin wie ein Einzelspieler. Dafür muss man geboren sein. Man muss es wegstecken können, wenn man schlecht spielt. Aber neben dem Eis bin ich kein Einzelgänger, ich bin sehr kommunikativ. Wo trifft man Sie an freien Tagen in Zürich an? Mich trifft man eher in Zug an, wo ich lebe. Ich fahre schon so genug oft hin und her. Lieber gehe ich golfen in Rotkreuz, ich wohne gleich nebenan. (sis) Jener mit dem härtesten Schuss: Und das ist Petr Sykora. Der HCD-Stürmer hat einen Schuss wie eine Rakete – und dazu ist er auch noch präzis. Goalies gelten als Sonderlinge und Einzelgänger. Zu Recht? Ronnie Rüeger Der Urklotener startete seine Karriere vor 20 Jahren. Mit Zug und Lugano (2-mal) holte der 38-Jährige den Titel, seit 2006 ist er wieder bei den Flyers. Lukas Flüeler Auch der 23-Jährige wurde in Kloten ausgebildet und kam nach einem Jahr in Übersee 2007 zum ZSC. Seit letzter Saison ist er die Nummer 1.

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