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Mirandas schneller Ritt

Der Brasilianer Alvaro Miranda gewann das Weltcupspringen am CHI Genf. Bester Schweizer war Steve Guerdat als Vierter.

Von Rolf Gfeller, Genf Als Steve Guerdat gestern Nachmittag gegen halb fünf Uhr mit seinem zehnjährigen Wallach Nino des Buissonnets in die Arena der Genfer Palexpo trabte, tobte das Publikum. So wie seine meist jugendlichen und vorwiegend weiblichen Anhänger jedes Mal kreischen, schreien, Transparente und Schweizer Fahnen schwingen, wenn der 29-jährige gebürtige Jurassier am Weltcupturnier in der Westschweiz seinen Auftritt hat. Und es schien lange Zeit, als ob der seit Jahren in Herrliberg lebende Guerdat seine zahlreichen Fans auch diesmal nicht enttäuschen würde. Tatsächlich lösten er und sein Pferd die finale Aufgabe in der sechsten Weltcupprüfung der Saison über die acht Hindernisse mit neun Sprüngen tadellos, doch die Zeit, die der Franzose Patrice Deleveau und sein Hengst Orient Express vorgelegt hatten, vermochten sie nicht zu unterbieten. Werner Muff am erfolgreichsten Noch zwei weitere Paare waren danach schneller unterwegs: der schwedische Europameister Rolf-Göran Bengtsson auf dem Hengst Casall und als letztes Pferd der 16 Duos, die sich für das Stechen qualifiziert hatten, auch Alvaro Miranda und sein Schimmel Ashleigh Drossel. Sie unterboten die Zeit von Bengtsson gar um 2,46 Sekunden. Damit klassierte sich Steve Guerdat, der Sieger von 2006, als Bester der 11 gestarteten Schweizer auf Rang 4 und wurde dafür mit 20 000 Franken belohnt. Die Urnerin Claudia Gisler, die erstmals in einem Stechen einer Weltcupprüfung teilnehmen konnte, wurde mit Touchable 11. vor Werner Muff, der mit Kiamon ebenfalls eine zweite makellose Runde zeigte. Der 37-jährige Zürcher aus Seuzach ritt an diesem Wochenende in Genf ohnehin in Hochform. Er gewann das Eröffnungsspringen am Donnerstag, klassierte sich mit Kiamon am Freitag im Grand Prix als Zweiter, und tags darauf beendete er die von Pius Schwizer mit Ulysse gewonnene Hauptprüfung im Sattel des gleichen Pferdes auf Rang 4. Entsprechend hoch war der Zahltag für den langjährigen Equipenreiter: Er wurde als erfolgreichster Teilnehmer des CHI-W Genf ausgezeichnet und erhielt zur hohen Gewinnsumme einen Mittelklassewagen. Das erste Auto, das er bisher nach einem Springturnier nach Hause nehmen konnte. Die Widmung an das Pferd Auch Alvaro Affonso Miranda de Neto wurde für seine Leistung reichlich belohnt: mit 55 000 Franken Preisgeld und einer wertvollen Uhr des Hauptsponsors Rolex. Für den 38-jährigen Brasilianer, der in Belgien lebt und seit Dezember 2005 mit Athina Onassis verheiratet ist, war der Weltcupsieg in Genf bereits der zweite grosse Erfolg in diesem Jahr in der Schweiz. Mit dem 13-jährigen Wallach Ashleigh Drossel, der nach einer Verletzungspause erst seit sechs Wochen wieder einsatzfähig ist, gewann er im Januar das Championat der Stadt Basel. Er widme diesen Sieg seinem Pferd, mit dem er erstmals in einer Weltcupprüfung in Europa siegen konnte, sagte der glückliche Miranda. Es sei sein bestes im Stall, und mit ihm werde er auch die Olympischen Spiele in London bestreiten. Gute Erinnerungen an das Turnier in Genf dürfte auch seine Gattin Athina behalten. Die 26-jährige Enkelin und Erbin des verstorbenen griechischen Reeders Aristoteles Onassis klassierte sich in drei Prüfungen in der grössten Indoor-Arena der Welt in den Geldrängen. Mit einer Gewinnsumme von 5300 Franken fiel ihr Ertrag im Vergleich zu demjenigen ihres Gatten aber bedeutender kleiner aus. Resultate Seite 45 Schnelles Duo: Alvaro Miranda mit Ashleigh Drossel. Foto: Keystone

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