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«Mit dem Käpfner-Fest halten wir die spannende Geschichte unseres Quartiers wach»

Am letzten Juni-Wochenende feiert der Horgner Ortsteil Käpfnach sein 750-jähriges Bestehen. Lokalhistoriker Paul Bächtiger (63) sagt, was die Aussenwacht ausmacht.

Mit Paul Bächtiger sprach Arthur Schäppi Ein eigentliches Gründungsdatum gibt es nicht. Wir beziehen uns mit dem 750-Jahr-Jubiläum auf erste urkundliche Erwähnungen von Käpfnach ums Jahr 1262, auf die ich bei Recherchen über die Geschichte von Käpfnach gestossen bin. Besiedelt war das Gebiet des heutigen Käpfnach aber selbstverständlich schon viel früher. Das belegen etwa Grabfunde aus der Römerzeit im Gebiet Bätbur. Es kann zwar schon mal vorkommen, dass Käpfnerinnen und Käpfner oder auch die Gemeindebehörden bei Zusammenkünften von der Autonomen Republik Käpfnach sprechen. Aber das ist natürlich jeweils nur als freundschaftliche Neckerei gemeint. Zweifelsohne noch immer eine recht beachtliche. In Käpfnach gibt es etliche Gewerbebetriebe, und mit der Firma Dow Chemical hat auch einer der grössten Arbeitgeber der Region seinen Sitz in Käpfnach. In den letzten zehn Jahren hat sich der Ortsteil aber vor allem zu einem grossen Wohngebiet entwickelt. Zahlreiche neue Überbauungen sind entstanden. Derzeit werden gerade auf dem Stäubli-Areal weitere 130 Wohnungen sowie Räumlichkeiten für Läden und Gewerbe erstellt. Bei Erholungsuchenden aus der ganzen Gemeinde beliebt sind etwa das Aabachtobel und das Sportbad Käpfnach. Oder nehmen wir das Käpfner Bergwerk. Es ist mit jährlich über 10 000 Besuchern aus touristischer Sicht die Hauptattraktion von Horgen. Gar nicht so schlecht. Das zeigt sich etwa daran, dass bei der Organisation und Durchführung des 750-Jahr-Festes auch recht viele Neuzuzüger mitmachen. Oder etwa an der grossen Beteiligung an Anlässen wie dem Käpfner Adventskalender oder den Offenen Gärten, wo sich Käpfnerinnen und Käpfner gegenseitig besuchen. Diese hochfliegenden Pläne und Fantastereien sind damals glücklicherweise geplatzt – nicht zuletzt wegen des Widerstands aus Käpfnach. Stattdessen gibt es in Käpfnach nun eine massvolle bauliche Verdichtung. Unbedingt unangetastet bleiben soll der wunderschöne alte Quartierkern, den viele Käpfnerinnen und Käpfner so sehr schätzen. Das Quartierfest soll ein heiterer Anlass werden, bei dem sich alteingesessene Käpfner und die vielen Neuzuzüger, die in den letzten Jahren in den neuen Siedlungen eingezogen sind, in geselligem Rahmen begegnen können. Mit dem Fest wollen wir den Zusammenhalt im Quartier fördern. Und wir wollen auch die Erinnerung an die spannende Geschichte unseres Gemeindeteils wachhalten. Geschehen soll dies etwa mit einer Ausstellung in der Schinzenhof-Galerie, einem Ansichtskartenkalender sowie einem speziellen Handwerkermarkt. Paul Bächtiger Der Lokalhistoriker ist Mitglied des Organisationskomitees für die 750-Jahr-Feier von Käpfnach.

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