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«Neue Ideen für Neue Politik»

«Was sind Ihre Ideen für Thun, das Berner Oberland, den Kanton Bern und die Schweiz?»: Dies wollen vier Männer aus Thun und Oberhofen wissen. Die Ideen können auf der Website ideenfabrik2010.ch eingegeben werden.

«Neue Ideen für Neue Politik»: Unter diesem Motto lancierten Patrick Minder aus Oberhofen und die Thuner Alain Brülisauer, Dominik Müller und Tim Stauffer gestern ihr Projekt Ideenfabrik 2010, eine Kommunikationsplattform auf dem Internet. «Der Auslöser ist das immer grösser werdende Desinteresse in der Bevölkerung an der Politik und die niedrigen Wahlbeteiligungen», erklärte Minder an der Pressekonferenz. Ebenso charakteristisch für die heutige Zeit seien die immer wiederkehrenden destruktiven Forderungen und das schwindende Vertrauen in die gewählten Volksvertreterinnen und -vertreter. Das Quartett zählt sich zwar zum Jungfreisinn. «Doch die Plattform ist politisch neutral und ist aus staatsbürgerlichem Interesse auf privater Basis entstanden», betonte Minder. Persönliche Ideen eingeben Die Ideenfabrik 2010 beinhaltet eine Website, auf welcher die Bevölkerung in der Region Thun und im Oberland Ideen eingeben kann. Um diejenigen zu erreichen, die über keinen Internetanschluss verfügen, werden Strassenumfragen durchgeführt und Flyer verteilt. «Unser Ziel ist, die Distanz zwischen den Politikern und der Bevölkerung zu verkleinern», erklärte Tim Stauffer. Die Ideen werden gesammelt, alle zwei Monate in einem Bericht publiziert und den entsprechenden Behörden und politischen Gremien weitergeleitet. Für angehende Ideenfabrikantinnen und -fabrikanten wurden zwei Regeln aufgestellt: «Niemand darf diskriminiert werden, denn jeder Mensch ist gleichwertig; egal, welcher Kultur, Religion, Hautfarbe oder Sexualität.» Und: «Die Meinungen anderer ist zu respektieren.» Eine Schwarzschwanjagd? Die drei Männer haben als Werbung für ihre Präsentation ein Werbeplakat entworfen, welches an mehreren Orten in Thun aufgehängt wurde. Darauf stand: «Schwarzschwanjagd als Tourismusattraktion?!» «Diese Idee ist natürlich absurd und entspricht nicht unserem Willen», sagt Minder. «Wir wollten mit dieser Aussage lediglich zeigen, dass mit einem emotionalen Thema grosse Aufmerksamkeit gewonnen werden kann – unabhängig davon, ob der Inhalt gut oder richtig ist.» Vielleicht ein Flop? «Wir sind nicht illusionär. Wenn kaum Ideen eingegeben werden, ist das Ganze ein Flop, und wir stellen die Seite ein», gesteht Minder. Das hoffe er natürlich nicht, denn: «Die Ideenfabrik 2010 könnte Lobbying für uns alle sein.» Das Wichtigste sei, zumindest versucht zu haben, eine Idee umzusetzen. «Für uns zählt auch, dass wir viele Erfahrungen sammeln können.» Was die vier Männer präsentierten, wollte sich Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) nicht entgehen lassen. «Diese Jungen und ihre Idee sind unterstützungswürdig», fand er. Allerdings erlebe er seinen Alltag anders: «Ich stehe praktisch täglich in Kontakt mit der Bevölkerung.» Er werde dauernd von Leuten angesprochen, die ihm etwas sagen wollten. «Wichtig finde ich», zog er Bilanz, «dass kontrolliert wird, ob und was die Behörden oder politischen Gremien mit einer einmal eingereichten Idee machen.» Franziska Streun •www.ideenfabrik2010.ch>

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