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Nur das Heck muss aus dem Wasser

Die Züri-Rhy-Schifffahrtsgesellschaft unterzieht ihre grossen Boote einer gründlichen Revision. Weil die Kapitäne in Eglisau auch mal an die Quaimauer schrammen, gibt es einiges zu tun.

Von Fabian Boller Tössegg – Rhenus ist 28-jährig und braucht eine Generalüberholung ihres Hinterteils. Das 190 Sitzplätze umfassende Passagierschiff der Züri Rhy AG erhält neue Farbe, wird gründlich gereinigt, und die beiden Antriebsschrauben werden revidiert. Auch die Antriebswellen verlassen das Schiff und bekommen in der Werkstatt einen neuen Schliff und Farbanstrich – genauso wie die Steuerblätter. Da sich diese Teile am Heck des Bootes permanent unter Wasser befinden, muss das Boot angehoben werden. Ein riesiger Kran übernimmt die Aufgabe. Er streckt seinen gelben Arm rund 24 Meter in die Höhe und hievt das Heck des 60?Tonnen schweren Kahns aus dem Rhein. «Kann passieren» Verwaltungsrätin Madeleine Frigerio gefällt, was sie sieht. «Das Heck und das Unterwasserschiff sind in erstaunlich gutem Zustand», sagt sie. Dennoch: In der einen oder anderen Kante hat es Dellen, weil die Kapitäne beim Anlegen in Eglisau ab und zu an der Quaimauer streifen. «Kann passieren», schmunzelt Frigerio. Verwaltungsratspräsident Guido Schneider greift deshalb gleich selber zum Pinsel und bessert von einem kleinen Floss aus die betroffenen Stellen mit Phosphatfarbe aus. Die beissende Kälte scheint den Berufspiloten nicht zu beeindrucken. Bei der letzten Revision hätte es fast nur geschneit und geregnet. Ausserdem sei das Floss damals noch kleiner gewesen. «Da passierte es schon mal, dass man ins Wasser fiel», erinnert er sich. Geschäftsleiter Heinz Frigerio befindet sich unterdessen im Maschinenraum und ist mit der Wartung der beiden 4,2-Liter-Dieselmotoren beschäftigt. Diese erbringen zusammen eine Leistung von 500 Pferdestärken und treiben die Schiffsschrauben an. Zudem erzeugt ein separater Generator Strom für die Heizung der Kabine und die Bordküche. Neben der Rhenus erhalten auch die beiden anderen grossen Passagierschiffe der Züri Rhy AG eine Revision. Die Arbeiten dauern eine Woche und finden alle acht Jahre statt. Die Übung ist enorm aufwendig und auch nicht gerade billig. Allein der Kran kostet die Firma pro Tag rund 2500 Franken. Um die Wellenlager wieder einzubauen, kommt Trockeneis zum Einsatz. Damit werden die Bauteile heruntergekühlt. Sie ziehen sich zusammen und können so wieder ins Schiff eingeführt werden. Nach und nach tauen die Teile auf, dehnen sich aus, und alles hält wieder dicht. So kann die Rhenus wohl noch weitere 28 Jahre Passagiere auf dem Rhein befördern. Die Bauteile werden mit Trockeneis heruntergekühlt. Nach und nach tauen sie auf, dehnen sich aus, und alles hält wieder dicht. Aus 24 Meter Höhe hebt der Kran das Passagierschiff an.Foto: Johanna Bossart

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