Zum Hauptinhalt springen

Oetwiler Schule hat Daten von Kindern ins Netz gestellt

Eltern haben entdeckt, dass Fotos ihrer Kinder samt Namen im Internet erschienen sind. Ihre Sorge: Pädophile könnten dies ausnutzen. Die Schule reagiert auf das Datenleck und stellt strengere Regeln auf.

Von Miriam Bättig-Schnorf Oetwil am See – Ein Fauxpas der Schule hat in Oetwil am See für rote Köpfe gesorgt: Auf der Website konnten Besucher bis vor kurzem problemlos die vollständigen Namenslisten zu den jeweiligen Klassenfotos aufrufen. Dadurch könnten Kinder Opfer von Pädophilen werden, ärgert sich eine Mutter, die anonym bleiben will. Sie habe sich mit ihrem Anliegen mehrmals an die Schulpflege gewendet, jedoch keine Antwort erhalten. Thomas Zeier (SVP), Schulpflegepräsident ad interim, sagt, er habe nichts von den Vorwürfen gewusst. Allerdings gibt er der Mutter in der Sache recht: «Das ist aus datenschützerischer Sicht nicht gut gelaufen.» Die Namen hätten nur den Lehrpersonen zugänglich sein sollen. Beim Aufschalten der Website im letzten Dezember sei eine neue Software eingesetzt worden. Dabei habe der Verantwortliche wohl die Namenslisten irrtümlich verlinkt. Vor ein paar Tagen habe man das Versehen selber bemerkt und die Konsequenzen gezogen. Tatsächlich sind sowohl die Namenslisten als auch die Klassenfotos von der Website verschwunden. «Bevor wir wieder Klassenbilder aufschalten, klären wir ab, wie wir eine solche Panne in Zukunft vermeiden können», verspricht Zeier. Zudem werde die Schule künftig Einzelfotos von Kindern nur noch mit der Einwilligung ihrer Eltern veröffentlichen. Bisher mussten sich die Eltern melden, wenn sie die Bilder ihrer Sprösslinge nicht publiziert haben wollten. Datenschützer rät zur Vorsicht Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl, begrüsst die neuen Regeln. «Wir raten Schulen, in solchen Angelegenheiten sehr zurückhaltend zu sein», sagt er. Im Klartext bedeutet dies: generell keine Namen zu Fotos zu veröffentlichen und auch Einzelbilder von Kindern nur dann zu publizieren, wenn die Eltern dies erlauben. Erst wenn die Kinder zwischen 12 und 14 Jahre alt sind, seien sie so weit urteilsfähig, dass sie selber über eine Veröffentlichung ihrer Fotos entscheiden können, sagt Baeriswyl. Die Ängste von Eltern bezeichnet er als begründet: «Je nachdem, wie mit den Fotos umgegangen wird, kann die Adresse der Kinder ausfindig gemacht werden.»Manche Schulen gehen mit ihren Sicherheitsmassnahmen sogar noch einen Schritt weiter, als vom Datenschützer empfohlen. In Meilen etwa werden nicht nur Einzelbilder, sondern auch Klassenfotos unter Verschluss gehalten, wenn das Einverständnis der Eltern fehlt. Diese würden jeweils am Anfang des ersten Kindergartenjahres schriftlich angefragt, sagt Rektor Jörg Walser.In Hombrechtikon wiederum wird nach den Sommerferien eine neue Strategie umgesetzt: Sämtliche Schülerfotos sollen nur noch in einem geschützten Bereich veröffentlicht werden, der ausschliesslich mit einem Code zugänglich ist. Und damit nicht genug: Eltern haben die Möglichkeit, auch im geschützten Bereich Bilder abzulehnen. Auf die Publikation von Namen verzichtet die Schule wie bis anhin generell.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch