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Orgelbauer gesucht für die alte Kirche AlbisriedenOrgelbauer gesucht für die alte Kirche Albisrieden

Erstmals schreibt in Zürich eine Kirche den Neubau einer Orgel aus. Heute gelten auch für Gotteshäuser die Regeln des öffentlichen Beschaffungswesens.

Von Jürg Rohrer Zürich – Wenn Gemeinden und Kantone grössere Bauarbeiten, Dienstleistungen oder Fahrzeugbestellungen planen, müssen sie sie öffentlich ausschreiben und den nationalen und internationalen Wettbewerb spielen lassen. So verlangen es das Gatt/WTO-Abkommen und die interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen. Erstmals ist jetzt in der Stadt Zürich der Bau einer neuen Kirchenorgel ausgeschrieben. An Weihnachten 2013, spätestens an Weihnachten 2014, soll sie in der alten reformierten Kirche Albisrieden erstmals ertönen. Die alte war zu gross und zu laut Die alte Orgel aus dem Jahr 1978 wurde nach Dortmund verkauft, weil sie der Kirchenpflege zu gross war und fast das ganze Themenfenster über dem Eingang verdeckte. Zudem klang sie den Kirchenbesuchern zu laut. Weil das Holz begonnen hat, übel zu riechen, mussten überdies alle neueren Holzeinbauten aus der Kirche entfernt werden. Warum schreibt die Kirche überhaupt den Bau einer Orgel aus? Warum holt sie nicht einfach Offerten ein bei Orgelbauern, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht hat? «Weil die Kirche eine öffentlich-rechtliche Körperschaft ist», antwortet Christoph Metzler, der für den reformierten Stadtverband Zürich die Orgelsubmissionen begleitet. Ende 2007 beschloss der reformierte Stadtverband, Revisionen, Sanierungen und Neubauten von Orgeln nach den Regeln der Submissionsverordnung durchzuführen. Ziel war, den Wettbewerb spielen zu lassen, neue Anbieter kennen zu lernen und neue Ideen zu sehen. Vorher war es üblich gewesen, denjenigen Orgelbaubetrieb mit der Renovation zu betreuen, der die Orgel das Jahr über mit Stimmungen und Servicearbeiten unterhielt. Maximal 250 000 Franken Sechs oder sieben Submissionen seien seither durchgeführt worden, sagt Metzler. Die erste betraf die Sanierung der Orgel in der Markuskirche Seebach für 317 000 Franken. Die Arbeiten an den Orgeln in Altstetten und in der St.-Jakob-Kirche Aussersihl, den beiden jüngsten Orgelsubmissionen, beginnen Ende dieses Jahres. Für die alte Kirche Albisrieden wird entsprechend der Grösse des Kirchenschiffs ein eher kleiner Orgelneubau gesucht mit zehn bis zwölf Registern, Pedal und zwei Manualen – alles rein mechanisch. Für Orgeln in dieser Grösse kommen in der Schweiz etwa 16 Anbieter infrage und etwa 50 in Deutschland, wie Christoph Metzler weiss, der selber aus der Orgelbauerdynastie Metzler in Dietikon stammt, dort aber nicht tätig ist. Gemäss Ausschreibung liegt die Preisobergrenze für diesen Orgelneubau bei 250 000 Franken. Bezahlt wird die neue Orgel von der reformierten Kirchgemeinde Albisrieden und vom reformierten Stadtverband Zürich. Dieser widmet in seinem Jahresbericht 2009 ein Kapitel den «Orgelfragen» und thematisiert das «Orgelklima»: Messungen in zehn Kirchen hätten ein zu trockenes und zu warmes Klima ergeben. «Mit einer intelligenten Heizungssteuerung und einem Absenken der Temperatur, wenn kein Gottesdienst oder Konzert stattfindet, könnten Orgeln – und auch alle anderen Holzteile in der Kirche – vor Trockenschäden geschützt und zudem Heizungsenergie gespart werden.»Eine solche Stromfresserin war auch die alte Kirche Albisrieden, erbaut im Stil des Klassizismus, 1818 eröffnet und seither mehrmals umgebaut. Im letzten Jahr wurde sie saniert – künftig wird sie mit einer Fernheizung beheizt. Frisch renoviert, aber noch ohne Orgel: Die alte Kirche Albisrieden. Foto: PD

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