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Ostschweizer Groll gegen SVP

Keller-Sutters Anhänger ärgern sich: Ostschweizer SVPler hätten geholfen, die St. Gallerin zu verhindern.

Von Antonio Cortesi Nach dem dritten Wahlgang war klar, dass der SVP-Kampfkandidat chancenlos bleiben würde. «Trotzdem haben auch die SVP-Parlamentarier aus der Ostschweiz weiter stur Jean-François Rime gewählt», empört sich der Thurgauer FDP-Nationalrat Werner Messmer. Damit sei verhindert worden, dass Karin Keller-Sutter in den Schlussgang kommen konnte. Auch die Ausserrhoder FDP-Nationalrätin Marianne Kleiner sagt: «Wegen der Stallorder der SVP musste unsere Kandidatin vorzeitig ausscheiden. «Das kann man so sehen», räumt der St. Galler SVP-Nationalrat Theophil Pfister ein. Und relativiert zugleich: Dass Keller-Sutter die Wahl geschafft hätte, sei eine Illusion. «Denn im Gegenzug hätte Schneider-Ammann noch viel mehr SVP-Stimmen erhalten.» Jedenfalls ist die Nordostschweiz (SG, TG, beide Appenzell, GL und SH) nach einem 30-jährigen Kontinuum erstmals nicht mehr im Bundesrat vertreten – nach Kurt Furgler, Arnold Koller, Ruth Metzler und Hans-Rudolf Merz. Als Folge werde die «Ostschweizer Mentalität», die Keller-Sutter im Wahlkampf als «pragmatisch» und «bodenständig» beschrieb, in Bern weniger Gehör finden, bedauert Kleiner. Als Trost bald Ständerätin? Deutlicher wird der Innerrhoder Landammann Carlo Schmid. «Unsere Region wird oft nicht ernst genommen oder schlicht vergessen», sagt der frühere CVP-Ständerat. Das zeige sich vor allem bei Infrastrukturprojekten. Schmid nennt das Eisenbahnprojekt «Bahn 2000», bei dem für die Politiker im Bundeshaus die Schweiz offenbar in Winterthur aufhöre. Umso wichtiger sei es jetzt, dass sich Ostschweizer Ständeräte in Bern verstärkt Gehör verschafften. Diesen Gefallen könnte die unterlegene Bundesratskandidatin dem Appenzeller bald machen. Keller-Sutter gilt als Topfavoritin für die Nachfolge der St. Galler FDP-Ständerätin Erika Forster. Deren Rücktritt wird auf die Erneuerungswahlen 2011 hin erwartet. «Das ist vielleicht mehr als ein Trostzückerli», sagt Werner Messmer. Denn falls die FDP in einem Jahr bei den Gesamterneuerungswahlen des Bundesrats einen Sitz abgeben müsse, habe Keller-Sutter ihr Schäfchen im Trockenen: «Als Bundesrätin dürfte sie ja nicht für den Ständerat kandidieren.»

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