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Park-and-Rail-Tarife variieren stark

Wer sein Auto am Bahnhof Oberglatt einen Tag lang abstellt, zahlt 10 Franken – doppelt so viel wie in Rümlang. Mit ihrer Gebührenordnung wollen die SBB vor allem Stammkunden bei Laune halten.

Von Heinz Zürcher Dass die Bahnbillette ständig teurer werden, sind Zugreisende gewohnt. Als in Rafz aber Ende letzten Jahres auch die Gebühr für das Park-and-Rail-Angebot von 5 auf 10 Franken erhöht werden sollte, wunderte sich doch der eine oder andere Pendler – bis sich herausstellte, dass das Preisschild nicht nach Rafz gehörte. Der Monteur der SBB hatte sich im Bahnhof geirrt. Zu stehen kam die Tafel schliesslich in Oberglatt. Dort haben die SBB die Park-and-Rail-Plätze um 18 Felder vergrössert. Mit dem Ausbau, der vorgestern abgeschlossen wurde, haben die SBB im vergangenen Sommer auch die Tagestarife von 8 auf 10 Franken erhöht. Nirgendwo im Unterland ist es so teuer, das Auto einen Tag lang am Bahnhof abzustellen, wie in Oberglatt. An den benachbarten S5-Stationen Niederglatt und Rümlang ist der Tarif gerade mal halb so hoch. Die SBB legen die Gebühren aufgrund verschiedener Faktoren fest. Entscheidend ist, wie dicht der Fahrplan ab einem bestimmten Bahnhof ist, wie viele Passagiere ein- und aussteigen und wie gefragt die Parkplätze sind. In Oberglatt sticht vor allem die Zahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste heraus. Pro Tag frequentieren 7000 SBB-Kunden den Bahnhof – in Rümlang sind es 3750, in Niederglatt 1700. Was auffällt: Mit 60 Franken für einen Monat, respektive 600 Franken für ein Jahr, ist die Benutzung über einen längeren Zeitraum vergleichsweise günstig. Das liegt daran, dass diese Karten nur von Inhabern von GA, Jahres-Streckenabos oder Verbund-abos gebucht werden können. «Sie sind unsere Stammkunden und haben Priorität. Deshalb wollen wir ihnen einen fairen Preis anbieten», sagt SBB-Mediensprecher Reto Schärli. Bahnfremde sollen mehr zahlen Wenn aber die Parkplätze dauernd besetzt sind, haben diese Kunden wenig von der bevorzugten Behandlung. Die SBB wollen deshalb mit erhöhten Stunden- und Tagestarifen gegensteuern. Denn nicht alle, die diese Parkplätze stundenweise nutzen, besteigen einen Zug. «Grundsätzlich multiplizieren wir die Tagestarife für die Monatstarife mal 10 beziehungsweise für die Jahrestarife mal 100», sagt Schärli. «Wenn aber der Druck durch bahnfremde Kunden zunimmt, weichen wir von diesem Grundsatz ab. So eben auch in Oberglatt.» Einen Einfluss auf die Tarife haben auch die Kosten für die Erstellung und den Betrieb der jeweiligen Anlage. Mitentscheidend ist zudem, ob es sich um ein regionales Zentrum mit Anbindung an weitere öffentliche Verkehrsmittel handelt. Letzteres erklärt, weshalb in Kloten die Preise höher sind als in Bassersdorf, obschon die Zahl der täglich zu- und einsteigenden Kunden in Kloten mit 5900 nur unwesentlich grösser ist als jene in Bassersdorf (5450). Dasselbe gilt für den Bahnhof Niederweningen, der ein wichtiger Umsteigepunkt auf die Buslinien in den Kanton Aargau ist. «Die Preise bewegen sich im lokalen Vergleich meistens am unteren Rand und werden jeweils mit den Gemeinden abgestimmt», sagt Schärli. Je nachdem, ob diese Land für die Park-and-Rail-Anlage zur Verfügung stellen, erhalten sie auch einen Teil der Einnahmen. Wie viel, geben die SBB nicht bekannt. Unterhalten werden die Parkplätze von Drittfirmen oder den Gemeinden. Kontrollen führen diese oder auch Angestellte der SBB durch. Wer die Parkuhr nicht füttert, muss nachträglich 40 Franken bezahlen. Nicht alle, die die Parkplätze an den Bahnhöfen stundenweise nutzen, besteigen einen Zug.

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