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Raucherclubs verzeichnen regen Zulauf

Fumoir, Club oder Nichtraucherbeiz: Alle Varianten kommen gut an, wie eine Umfrage bei Unterländer Lokalen zeigt.

Von Sandra Zrinski Unterland – Der Besitzer der Jolly-Jamper-Bar in Bülach ist zufrieden. Wegen der Einführung des Rauchverbots in öffentlich zugänglichen Räumen hat Rudolf Müller seine Beiz in einen Privatclub umgewandelt. Somit erhalten nur noch Mitglieder Einlass. Um rentabel wirtschaften zu können, braucht er genügend Mitglieder – und diese hat er. Die genaue Zahl will er nicht nennen. «Bis zum Winter dürften es 200 sein», sagt er. Ohne dass er Werbung dafür gemacht hätte. Einnahmeneinbussen hat Müller keine verzeichnet, und er ist überzeugt: «Raucher konsumieren mehr.» Für das gesetzliche Schlupfloch hat sich auch Claudia Brunner, die Wirtin der Trottenbar in Höri, entschieden. Mitglied wird man bei ihr für 20 Franken. Unterdessen zählt sie über 400 Rauchfreunde. Auch sie konnte sich auf die Mundpropaganda verlassen. «Es gibt Gäste, die kommen extra zu mir, weil sie hier rauchen dürfen», sagt sie. Brunner nimmt nicht weniger ein als vor der Einführung des Rauchverbots. Kontrolliert wurde ihr Betrieb bisher noch nicht, aber davor fürchte sie sich nicht: Sie führe eine saubere Mitgliederliste und gewähre Nichtmitgliedern keinen Einlass. Auch die Vasco-Bar in Rümlang ist unterdessen ein Club. Die Gemeinde überprüft – da es sich rechtlich um einen Verein handelt – die Statuten und damit die tatsächliche Gründung eines Vereins mit Vorstand und allem, was gesetzlich dazugehört. Es gelten die gleichen Richtlinien wie beispielsweise bei einem Sportverein. «Wir klären derzeit noch ab, ob weitere Vorkehrungen notwendig sind», sagt Gemeindeschreiber Giorgio Ciroli. Die Kontrollen werden von den Gemeinden unterschiedlich gehandhabt. Wo eine Gemeindepolizei vorhanden ist, übernimmt diese das Verteilen der Bussen. So in Bülach, wo dies bisher aber kaum nötig war. In Opfikon wurde gemäss Ueli Boetschi, stellvertretender Verwaltungsdirektor, kein Betrieb gebüsst. Die Restaurantbesitzer wurden im Vorfeld mit einem Merkblatt informiert. Clubs wie in Höri oder Bülach sind Boetschi keine bekannt. Nicht durch die Polizei, sondern durch die Lebensmittelkontrolleure wird die Einhaltung des Qualmverbots in Kloten und Niederhasli überwacht. Alle Betriebe würden mindestens zweimal pro Jahr von einem Kontrolleur inspiziert, sagt Andreas Trüeb, stellvertretender Gemeindeschreiber von Niederhasli. Allfällige Mängel bei den Fumoirs würden durch diese den Gemeinden gemeldet. Es gibt klare Richtlinien dafür. Barmaid entlassen müssen Diverse Restaurants haben in der Zwischenzeit ein Fumoir eingebaut. Auch im Hecht in Winkel kann so weiterhin im Warmen geraucht werden. Weil sich die Bar darin befindet, musste die Barmaid entlassen werden, wie der Wirt Heinz Lenggenhager erklärt. Gäste dürfen in Fumoirs nur bedient werden, wenn die Angestellten einer solchen Beschäftigung schriftlich zustimmen. Als Alternative zum Fumoir bleibt den Beizern nur das Nichtraucherrestaurant. Für diese Version haben sich die Wirte im Stadler Pöstli und im Wiesental in Weiach entschieden. Die Gäste haben das ohne Probleme akzeptiert, wie auf Anfrage erklärt wurde. «Wir klären ab, ob es für einen Raucherclub mehr braucht als die korrekte Gründung eines Vereins.» Giorgio Ciroli, Gemeindeschreiber Rümlang Im Restaurant Hecht in Winkel können Raucher ihre Zigarette im abgetrennten Fumoir geniessen. Foto: David Baer

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