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Regensberg hat sich endgültig vom Dorfladen verabschiedet

Die letzte Bastion, die für einen Dorfladen im Städtchen kämpfte, hat die Waffen gestreckt. Die Vision sei wohl unrealistisch, räumen die Befürworter ein.

Von Dominique Marty Regensberg – Einen eigenen Dorfladen, das ist der Traum von fast allen Regensbergern. Der Dorfladen ist seit Wochen auch umstrittenes Politikum im Städtchen und hat am Mittwoch Befürworter und Gegner an die Gemeindeversammlung getrieben. 65 Stimmberechtigte – das entspricht eine Stimmbeteiligung von 20 Prozent – diskutierten an diesem Abend über die Zukunft des leer stehenden Volg-Lokals. Der Gemeinderat möchte dieses für rund 408 000 Franken umbauen und die Gemeindekanzlei darin unterbringen. Über den Kredit werden die Regensberger am 15. Mai an der Urne abstimmen. Die Gemeindeversammlung aber musste am Mittwoch die Vorlage vorberaten. Freiwillige gesucht Eine Handvoll Regensberger aber machte sich kürzlich per Flugblatt für einen Dorfladen im Volg-Lokal stark. Der Laden könne einen Umsatz von 800 000 Franken erreichen, wenn 400 Erwachsene monatlich für je 200 Franken einkaufen würden, rechneten sie vor. Zudem suchten sie nach Freiwilligen, die sich im und für den Laden engagieren wollten. An der Versammlung, so ihre Absicht, wollten sie den Umbauplänen eine Abfuhr erteilen. Gemeindepräsident Peter Schürmann machte dem aber einen Strich durch die Rechnung: «Wir beraten hier bloss die Urnenvorlage und stimmen über kleine Änderungsanträge ab. Anträge, die den Kern der Vorlage verändern, sind ungültig.» Im Klartext: Einen Dorfladen anstelle der Gemeindekanzlei zu beantragen, geht nicht. Varianten geprüft Unbeirrt meldeten sich die Ladenbefürworter dennoch zu Wort. «Es gibt Interessenten, die hier einen Laden führen wollen», meinte ein Bürger. Der Gemeinderat aber habe sich nicht ausreichend bemüht. «Seit zwei Jahren reden wir über die Zukunft des Volg-Lokals», entgegnete Schürmann. Nutzungsvarianten als Café oder Bistro mit Laden habe man geprüft, doch seien die Interessenten abgesprungen. «In Regensberg fehlen einfach die Grundlagen, um einen Laden wirtschaftlich zu betreiben», fügt er an. «Der alte Volg hat nur mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde so lange überleben können», erinnerte Sepp Harder, ehemaliger Präsident der Konsumgenossenschaft Regensberg, die Versammlung. «Wir sind keine militanten Rebellen, die keine Ahnung haben von Demokratie», meinte darauf Thomas Mathy, einer der Laden-Initianten, versöhnlich. «Vielleicht war unser Flyer etwas naiv abgefasst. Ich sehe nun aber ein, dass ein Laden nicht wirklich realistisch ist, und akzeptiere jedes Abstimmungsergebnis für das Volg-Lokal.» Sanierung bereits zugestimmt Wird der Umbaukredit für das Volg-Lokal an der Urne angenommen, wird die bestehende Gemeindekanzlei in zwei Wohnungen umgebaut. Dafür genehmigte die Versammlung bereits jetzt einen Kredit von 225 000 Franken. Weiter hoben die Anwesenden auch den Kreditbeschluss vom März 2010 auf. Damals stimmten die Regensberger einer Grundsanierung des Volg-Lokals zu, die nun entfällt.

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