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Richterswil braucht Schulplätze

Da viele Familien nach Richterswil gezogen sind, muss ein neues Schulhaus gebaut werden. Da das Geld fehlt, spricht die Gemeinde über höhere Steuern.

Von Andreas Kurz Richterswil &endash Nach der Erweiterung des Schulhauses Boden vor zwei Jahren dachte man bei der Gemeinde, dass nun Ruhe eingekehrt sei. Doch schon jetzt zeigt sich, dass die Richterswiler Schulen erneut an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Im Voranschlag 2012 sind bereits 1,6 Millionen Franken für die Anschaffung von provisorischen Unterrichtspavillons budgetiert. «Wir kommen nicht nach mit dem Schulhausbau», sagte Finanzvorstand Marcel Tanner (FDP) an der Informationsveranstaltung «gestern &endash heute &endash morgen» am Donnerstagabend. Auch sei er nicht sicher, ob die Kapazitäten in Samstagern ausreichen würden. Bei der Gemeinde ist man überrascht vom grossen Familienzuzug: «Vor allem ins neue Quartier beim Mülibach zogen mehr Familien, als wir dachten», sagte Tanner. Horrende Investitionen Den Bau von neuen Schulanlagen kann sich die Gemeinde jedoch kaum leisten. «Wir haben ein strukturelles Problem», sagte Marcel Tanner, «und das sind die Investitionen.» Der Gemeinderat präsentierte ein Szenario, bei dem alle in den nächsten vier Jahren anfallenden Investitionen und die Selbstfinanzierung einberechnet wurden. Dabei wurde deutlich, dass grosse finanzielle Brocken auf die Gemeinde zukommen. Vor allem die Jahre 2013 und 2014 stechen mit Investitionen in der Höhe von rund 15 beziehungsweise 20 Millionen Franken hervor. Ein Grossteil dieser Summe ergebe sich laut Tanner durch den Bau von neuem Schulraum. Gemäss dem Szenario würde die Nettoschuld pro Einwohner von heute 400 Franken auf 3000 Franken im Jahr 2015 anwachsen. Sparpotenzial sieht Finanzvorstand Tanner kaum mehr, am ehesten noch beim Gebäudeunterhalt und im Aufschieben von Strassenarbeiten. Deshalb denkt die Gemeinde nun über eine Steuererhöhung nach. Keine potenten Steuerzahler Vor vier Jahren senkte Richterswil den Steuerfuss um sechs Prozentpunkte auf 104 Prozent. Seither hat die Gemeinde nebst einer unterdurchschnittlichen Steuerkraft auch einen Steuersatz, der unter dem kantonalen Mittel liegt. Bei den jährlich 200 Zuzügern handelt es sich statt um die erhofften potenten Steuerzahler vor allem um Familien. «Dass das lange gut ging, zeigt, dass wir aufs Geld geachtet haben», sagte Hans-Jörg Huber (SVP). «Doch jetzt sind wir auf dem harten Boden der Realität gelandet. Wir müssen vermutlich in einem Jahr dem Volk eine Steuererhöhung beantragen.» Der Entscheid über die Erhöhung des Steuerfusses solle dann mit dem Projekt des neuen Schulhauses verknüpft werden. Um wie viel Prozentpunkte die Erhöhung ausfallen solle, wurde nicht gesagt. Die rund 40 Anwesenden im Saal des Hotels Drei Könige zeigten Verständnis für die Situation der Gemeinde.

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