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Schon 100 Tage im kalten Wasser der Politik

Mark Wisskirchen (EVP) ist seit 100 Tagen Stadtrat von Kloten und kümmert sich um Gesundheit und Finanzen. 14 Jahre war die EVP nicht im Stadtrat dabei.

Mit Mark Wisskirchen sprach Doro Baumgartner Herr Wisskirchen, die Schonzeit von 100 Tagen als Klotener Stadtrat ist vorbei. Wie war Ihr Einstieg? Hart, aber herzlich. Wie meinen Sie das? Ich wurde quasi ins kalte Wasser geworfen. Denn ich bin kein gelernter Finanzchef. Ich brauche noch einige Monate, um ein Spezialist in der Klotener Finanzbuchhaltung zu werden. Dafür bin ich von meinen Kollegen herzlich und zuvorkommend aufgenommen worden. Sie setzen sich stark für den Flughafen ein. Was können die fluglärmgeplagten Bewohner von Ihnen als Stadtrat erwarten? Aus Sicht des Finanzchefs finde ich einen funktionierenden Flughafen wichtig. Er spült unentbehrliche Steuereinnahmen in die Stadtkasse. Zudem schafft er wertvolle Arbeitsplätze. Was den Lärm betrifft, kann ich sagen, dass der Stadtrat beschlossen hat, passive Schallschutzmassnahmen umzusetzen, also Lärmschutzfenster, Dachisolationen und Komfortlüftungen einzubauen. Und zwar bei allen Gebäuden, die den Immissionsgrenzwert überschreiten, unabhängig von der Vorhersehbarkeit. Ist Ihnen der Flughafen denn wichtiger als die Menschen? Nein. Ich habe mich zwar immer für den Flughafen starkgemacht, denn er ist der grösste Arbeitgeber der Region und zudem ein wichtiger Wirtschaftsmotor. Doch die Anliegen und die Bedürfnisse der Klotenerinnen und Klotener sind mir immer das Wichtigste. Und dies wird auch in Zukunft so sein. Wo wird die Bevölkerung Ihre Handschrift wieder erkennen? An einer gesunden Entwicklung der Stadt, basierend auf einem gesunden Steuerfuss, der für die Bewohner verträglich ist. Eine Steuerfusssenkung zum jetzigen Zeitpunkt wäre falsch und würde unweigerlich in eine Schuldenfalle führen. Ich möchte dazu beitragen, dass Kloten attraktiver für Familien mit Kindern, für Singlehaushalte, Neuzuzüger und Gewerbetreibende wird. Das erfordert ein gesundes Mass an Risiko und Weitsicht, aber auch ein Fingerspitzengefühl für einzelne Projekte. Wie wollen Sie das erreichen? Nur gemeinsam können wir etwas bewegen und ändern. Die Zukunftskonferenz hat mich ermutigt. Nun ist es an der Zeit, gemeinsam die Visionen umzusetzen. Ich wünsche mir, dass sich die Einwohner mit Kloten identifizieren. Sie vertreten christliche Werte wie Vergebung und Versöhnung. Haben solche Werte in der Politik überhaupt Platz? Aber sicher. Diese Werte sind unabdingbar für eine sachliche, konstruktive und zielorientierte politische Arbeit. Mir ist es wichtig, Anstand und Respekt gegenüber anderen zu bewahren. Ich kann mehr erreichen, wenn ich sachlich und konsensfähig auf meine Partner zugehe. Ich bin für alle offen, die mit mir über ihre Sorgen reden wollen. Man kann mich jederzeit ansprechen. Wie reagieren Ihre Kollegen im Stadtrat auf Ihre christliche Grundeinstellung? Sie schätzen und respektieren meine Position. Umgekehrt kann das Gremium dasselbe von mir erwarten. Ich werde weiterhin uneigennützig und lösungsorientiert arbeiten. Meine positive Einstellung macht mir vielleicht einige Herausforderungen als Stadtrat einfacher. Sie stehen den Ressorts Gesundheit und Ressourcen vor. Letzteres umfasst die Finanzen. Haben Sie schon etwas bewegen können? Die Einarbeitung läuft immer noch auf Hochtouren. Es sind spannende und arbeitsintensive Ressorts. Im Bereich Ressourcen stand bereits die Finanzplanung 2011 an. Dort bin ich für eine konsequente Haushaltsanierung eingestanden. Im Bereich Gesundheit stehen mit dem Spital- und dem Pflegefinanzierungsgesetz zwei wichtige Reformen an. Dort werde ich genauestens die Finanzierung prüfen. «Die Stadtratskollegen schätzen und respektieren meine Position. Umgekehrt kann das Gremium dasselbe von mir erwarten.» Mark Wisskirchen, Stadtrat EVP Mark Wisskirchen EVP, 47-jährig, von 2007 bis 2010 Gemeinderat, zuletzt als Präsident. Verheiratet, zwei Kinder.

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