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Schuhfett am Büli-Märt

Marktfrisch Üblicherweise berichten wir in dieser Rubrik über Märkte, die häufiger stattfinden &endash aber heute soll hier eine Ausnahme gemacht werden für den Warenmarkt in der Bülacher Altstadt. Dieser, von den Einheimischen liebevoll Büli-Märt genannt, findet jeweils am letzten Dienstag im Mai und ersten im November statt. Ein dritter, viel kleinerer Warenmarkt ist im März. Der Büli-Märt gehört zu den traditionsreichsten Märkten im Kanton, er ist seit mehr als 300 Jahren nachweisbar. Einst war er für die ländliche Bevölkerung der Ort, wo sie Kleider und Gebrauchsgegenstände für Haus und Hof kauften. Der Markt war so wichtig, dass im 18. Jahrhundert selbst die Schulkinder in Opfikon freihatten, wenn in Bülach Markt war. Und noch heute ist in Bülach und in vielen Dörfern im Unterland an diesen Tagen schulfrei. Weshalb der Büli-Märt vor allem für Teenager ein Markt der Eitelkeiten ist: Geschniegelt und gestriegelt ziehen sich durch die Gassen der Altstadt, die Mädchen kichernd und händehaltend, die Buben cool von Scheitel bis Sohle. Speziell ist auch das Ambiente am Büli-Märt. Wer durch die mehr als 140 Stände in der Altstadt schlendert, kann sich fast vorstellen, wie es ehedem war. Heute gemahnt das Warenangebot an eine Mischung aus Chilbimarkt, Bauernmarkt und Züspa. Natürlich gibt es denselben Tand, dieselben billigen Plastikspielzeuge, Zuckerwatte und Magenbrot, so wie überall. Aber man findet auch das ultimative Lederfett, den besten Putzschwamm und den schärften Gemüsehobel. Dazu ein Sammelsurium an Waren, das an die Bedeutung des Marktes erinnert: etwa warme Jacken, Filzhüte, Sennenchutteli und Fellfinken, Schaf- und Kuhfelle, Tongeschirr und hübsch gemaserte hölzerne Schneidbretter sowie bunte Sitzkissen für Eck- und Ofenbänke. Manchmal fragt man sich unwillkürlich, wer diese Dinge kauft, aber offenbar läuft das Geschäft. Allgegenwärtig ist am diesjährigen Herbstmarkt der Duft nach Käse. Nicht nur nach Raclette, sondern nach richtig reifen, mürben Käselaiben. Denn alle paar Meter buhlt ein Käsehändler um Kunden. Überhaupt ist der Markt, obwohl er offiziell ein Warenmarkt ist, ein Eldorado für Fans von Delikatessen: Neben unzähligen Käsesorten stehen feine Wurstwaren, Oliven, Honig und Äpfel zum Verkauf. Liliane Minor Nächster Büli-Märt 29. Mai, 8 bis 18 Uhr.

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