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Schulleiter kündigt wegen Überlastung

Auf Ende des Schuljahres verlässt Schulleiter Werner Braun Grüningen. Die Stelle existiert seit drei Jahren. Sein Vorgänger hatte bereits nach einem Jahr genug.

Von Martina Gradmann Grüningen – Die Gemeinde scheint kein guter Boden für Schulleiter zu sein. Vor drei Jahren hat man die Schulleiterstelle in Grüningen eingeführt. Nun ist Werner Braun bereits der zweite Schulleiter, der den Hut vorzeitig nimmt und auf Ende des Schuljahres kündigt. Die konstante Belastung und Überlastung, die die Schulleiterstelle aus unterschiedlichsten Gründen mit sich bringe, habe zu gesundheitlichen Problemen geführt, schreibt Braun in einer Stellungnahme. Braun ist seit eineinhalb Jahren in Grüningen tätig, sein Vorgänger Thomas Gutweniger hatte schon nach einem Jahr gekündigt. Das kurze Gastspiel von Gutweniger befremdete Eltern- und Lehrerschaft. Schon damals wurde vermutet, dass nicht nur persönliche Gründe, sondern auch eine fast nicht zu bewältigende Aufgabe zum Weggang geführt hatte. Umso grösser war die Erleichterung, als mit Werner Braun ein erfahrener und kompetenter Schulleiter eingesetzt wurde. «Ein Schulleiter steht immer zwischen den Fronten und muss zwischen Schulpflege, Lehrerschaft und Eltern vermitteln», sagt eine ehemalige Lehrerin. Das sei keine leichte Aufgabe, vor allem weil die Schule Grüningen sehr viel auf einmal umsetzen wolle. Viel Einsatz gefordert Das neue Oberstufenmodell und die Einführung des Elternrates sind nur zwei Projekte, die von Braun viel Einsatz verlangten. «Als wir von der zu grossen Belastung unseres Schulleiters erfuhren, versuchten wir, schnell und unkompliziert darauf zu reagieren», sagt Schulpflegepräsidentin Jeannette Vogt. Konkret wurde Braun seit dieser Woche eine Sachbearbeiterin zur Seite gestellt, die während vier Stunden pro Woche mithilft. Das reiche kaum aus, ist sich auch Vogt bewusst. «Über zusätzliche Stellenprozente bestimmt der Kanton. Solche kann man nicht während des laufenden Schuljahres beantragen.» Fakt ist, dass die Schulpflege erst reagiert hat, nachdem sie die Kündigung von Braun auf dem Tisch hatte. Lehrer bedauern Weggang Die Grüninger Lehrerschaft bedauert den Weggang ihres Schulleiters, der als kompetent und verantwortungsbewusst gilt. Gemeinsam mit Braun habe man vieles erarbeitet und umgesetzt. Befremdet über den Weggang des Schulleiters zeigen sich auch viele Eltern. «Er hat mir einen sehr kompetenten Eindruck gemacht», sagt eine Mutter, die beim neuen Elternrat mitmacht. Weshalb ein erfahrener Schulleiter wie Werner Braun nach so kurzer Zeit seine Stelle kündige, könne sie nicht nachvollziehen, und sie vermutet, wie viele andere Eltern auch, Unstimmigkeiten zwischen Behörde und Lehrerschaft. Die Schulpflegepräsidentin negiert das.

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