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Schulpflegerin gibt selber Schule

Der Lehrermangel treibt unerwartete Blüten. In Schwerzenbach tritt die Präsidentin der Schulpflege in der Not ans Lehrerpult.

Von Max Hugelshofer Schwerzenbach – Hier sucht eine Klasse per Radiospot einen neuen Lehrer, dort startet eine Schulpflege einen Aufruf auf Facebook – in Zeiten akuten Lehrermangels werden die Schulen kreativ. Das gilt besonders für Schwerzenbach: Dort steht manchmal sogar die Schulpflegepräsidentin vor der Klasse. «Ich wollte selbst etwas tun, um die Schulleiter zu entlasten», sagt Susanne Magistris. Die FDP-Politikerin bekommt bei der Ausübung ihres Amtes fast täglich mit, wie Schulleiter Stunden damit verbringen, Vikarinnen und Vikare zu suchen, die für kurze Abwesenheiten wegen Krankheiten oder Weiterbildungen einspringen können. «Sie hätten eigentlich Wichtigeres zu tun», findet sie. Deshalb hat sich die ausgebildete Oberstufenlehrerin, die beruflich in der Erwachsenenbildung tätig ist, kurzerhand bereit erklärt, ab und zu eine Vertretung zu übernehmen. Kürzlich stand sie für zwei Tage vor einer 4. Klasse. «Ich habe sehr viel gelernt» «Es war eine sehr gute Erfahrung», sagt sie im Nachhinein. Sie habe vertiefte Einblicke ins Tagesgeschäft ihrer Schule gewonnen. Zudem habe sie viele Kinder persönlich kennen gelernt, mit deren Eltern sie schon zu tun gehabt hat. «Ich habe sehr viel gelernt in diesen zwei Tagen», sagt Magistris. Darum ist für die Schulpflegepräsidentin auch völlig klar, dass sie sich für weitere Aushilfseinsätze zur Verfügung stellt, wenn ihr die Zeit das erlaubt. Sie will aber noch einen Schritt weitergehen. Sie kenne nur schon in Schwerzenbach viele ehemalige Lehrerinnen, die aus dem Job ausgestiegen sind, als sie Kinder bekamen. Diese will sie nun für die Schule zurückgewinnen.

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