Zum Hauptinhalt springen

Sensible Steuerdaten sicher gescannt

Das Walliseller Scancenter liest die Steuererklärungen zahlreicher Unterländer Gemeinden ein. Es ist einer der drei grossen Anbieter im Kanton.

Alle Steuererklärungen aus dem Kanton Zürich werden in den drei Scancentern von Zürich, Winterthur und Wallisellen digitalisiert. Winterthur liest die Unterlagen der Standortgemeinde sowie 106 Kundengemeinden ein. Darunter sind 21 Gemeinden aus den Bezirken Bülach und Dielsdorf. Die Stadt Zürich sowie 54 Kundengemeinden – darunter 16 aus dem Unterland – lassen ihre Dossiers in Zürich scannen. Wallisellen erfasst die Steuerklärungen von den neun Gemeinden Dänikon, Dietlikon, Freienstein-Teufen, Kloten, Opfikon, Rorbas, Uster, Wangen-Brüttisellen und Wallisellen. (all) Von Alexander Lanner Wallisellen – Neben den Centern in Zürich und Winterthur digitalisiert auch das Steueramt von Wallisellen die Steuererklärungen aus dem Kanton (siehe Kasten). «Rund 75 000 Steuererklärungen lesen wir hier pro Jahr ein. An Spitzentagen sind es bis zu 1200 Dossiers», sagt Jürg Honegger, Leiter des Steueramtes Wallisellen. Der Hochleistungsscanner bearbeitet mit zwei Kameras rund 180 Seiten pro Minute. Im Schnitt dauert der Scanvorgang pro Steuererklärung etwa 10 Sekunden. Wenn die Steuererklärung ausgefüllt ist und zusammen mit den Formularen im Rückantwortcouvert steckt, ist für die meisten Leute die Pflichtaufgabe erledigt. Für das Scancenter beginnt die Arbeit dann. Nach dem Öffnen der Couverts werden die Unterlagen «scanfertig» gemacht. Die Formulare werden sortiert, bei zusammengehefteten Blättern wird die Ecke mit der Bostitchklammer weggeschnitten. «Wichtig ist, dass das doppelseitige Originalformular beigelegt ist», betont Honegger. Darauf sind die Strichcodes aufgedruckt, die für die Weiterverarbeitung nötig sind. Das Scannen selbst dauert nur wenige Sekunden. Nach dem Scannen beginnt die Feinarbeit. «Den Formularen, die der Computer nicht automatisch erkennt, wird von Hand ein Index zugewiesen», erklärt Honegger. Jedes einzelne Blatt erhält so einen Code, damit es als Beleg oder Bankauszug identifiziert werden kann. Personalbestand aufgestockt In einem dritten Schritt überprüft der Computer die eingetragenen Zahlen. Eine Mitarbeiterin muss von Hand bestätigen, dass es sich bei der nicht erkannten Hieroglyphe um eine 3 oder 8 handelt. «Wenn die Steuererklärungen mithilfe des Computerprogramms Privat-Tax ausgefüllt wurden, entstehen keine Probleme», sagt Honegger. Meistens sind auch die Handschriften gut lesbar. Damit Total und Überträge übereinstimmen, wird im letzten Arbeitsschritt die Plausibilität der Daten getestet. «Vor allem die von Treuhändern ausgefüllten Steuererklärungen haben eine hohe Fehlerquote», weiss der Steueramtsleiter. Meist werden gleich die Originalformulare bedruckt, allerdings landen die Ziffern oft nicht genau in den vorgegebenen Kästchen. Wieder in Handarbeit werden die notwendigen Korrekturen vorgenommen. Da in diesem Jahr mehr Gemeinden ihre Unterlagen direkt nach Wallisellen schicken, hat Honegger den Personalbestand um zwei Kräfte aufstocken müssen. Insgesamt kümmern sich in den Spitzenzeiten erstmals acht Angestellte um die elektronische Erfassung der Steuererklärungen. Ist die Arbeit in Wallisellen erledigt, werden die Daten über eine sichere Leitung nach Zürich geschickt und von dort in die jeweilige Gemeinde. Die eigentliche Prüfung der Angaben findet nach wie vor in den einzelnen Gemeindesteuerämtern statt. Diese erhalten neben den elektronischen Daten auch die Originalformulare zurück. Zur Sicherheit bleiben die Daten in Wallisellen für einen Monat gespeichert, danach werden sie gelöscht. Steuern bald online einreichen? Wie es um die Zukunft der Scancenter steht, ist noch ungewiss. Seitens des Kantons sind Bestrebungen im Gang, dass die Steuererklärungen bald online eingereicht werden können. Honegger ist aber überzeugt: «Scannen wird man immer müssen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch