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Spontanüberfall führt ins Gefängnis

Ein Dachdecker aus Meilen hat zwei Jugendliche überfallen und ausgeraubt. Jetzt soll er für 22 Monate hinter Gitter.

Von Attila Szenogrady Meilen/Zürich – Der heute 22-jährige Handwerker gab sich vor dem Bezirksgericht Zürich gestern reumütig. «Ich habe einen grossen Fehler gemacht», sagte er. Der Schweizer Staatsangehörige mit kubanischen Wurzeln erinnerte sich an den vergangenen 28. August zurück. Damals hielt er sich in den frühen Morgenstunden vor dem Zürcher Club Oxa auf. Dort traf der Beschuldigte auf einen ihm unbekannten Mann. Dieser schlug ihm vor, zwei vorbeigehende Jugendliche in der Dunkelheit auszunehmen. Der Angeklagte willigte sogleich ein, worauf es kurz darauf zu einem spontanen Raubüberfall kam. Dabei hat der Unbekannte die beiden Opfer mit einem geöffneten Stellmesser eingeschüchtert. Dann packte der Täter aus Meilen eines der Opfer und verlangte dessen Wertsachen. Beide Geschädigten gaben alles heraus: Bargeldbeträge von 15 und 10 Franken sowie ein Mobiltelefon. Zum Schluss warfen die Räuber eines der beraubten Opfer in einen nahen Bach und machten sich davon. Allerdings kehrte der Dachdecker schon kurze Zeit später zum Oxa zurück und wurde dort von der Polizei festgenommen. Der aus dem Wasser gestiegene Geschädigte und sein Begleiter hatten die Ordnungshüter benachrichtigt. Unstetes Leben und Vorstrafen Nun musste sich der geständige Räuber vor dem Meilemer Bezirksgericht verantworten. Die Befragung zur Person ergab, dass der Beschuldigte vor vier Jahren eine Anlehre noch erfolgreich abgeschlossen hatte, kurz danach aber abstürzte. So rauchte er regelmässig Marihuana und führte in Zürich ein unstetes Leben. Schon bald kassierte er die erste Vorstrafe. Es folgten weitere Bussen, und bald häufte sich ein Schuldenberg an. Der Beschuldigte schlug sich als Hilfsarbeiter durch und wurde im April 2010 am Bezirksgericht Zürich wegen Körperverletzung zu einer gerade noch bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten verurteilt. Selbst die Geburt eines Sohnes, den ihm eine kurzfristige Liebespartnerin geschenkt hatte, brachte den jungen Mann nicht zur Besinnung.Der Verteidiger pochte auf eine letzte Chance für seinen Mandanten und setzte sich für eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten ein. Der Staatsanwalt verlangte nicht nur eine unbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten, sondern auch den Widerruf der 6-monatigen Vorstrafe. Zeit der letzten Chancen vorbei Für das Gericht war die Zeit der letzten Chancen vorbei. Es setzte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 22 Monaten fest. Der Gerichtsvorsitzende Jean-Paul Bozzone führte aus, dass beim Beschuldigten keine dauernde Besserung eingetreten sei. Daran ändere auch eine neue Arbeitsstelle als Möbelpacker nichts. Zudem hatte der Beschuldigte vor dem Gericht nicht den besten Eindruck hinterlassen. So kam heraus, dass er seine Bussen auch im Dezember noch nicht bezahlt hatte. Zudem gab er zu, dass er heute noch regelmässig Marihuana rauche. Unmittelbar nach der Urteilseröffnung legte der unterlegene Verteidiger Berufung ein.

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