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Sportholzfäller lassen die Späne fliegen

Auf dem Pfannenstiel massen sich am Wochenende kräftige Männer im Umgang mit Motorsäge und Axt. Das Spektakel war ein Publikumserfolg.

Von Ueli Zoss Meilen – Beim Asten, der fünften und letzten Disziplin im kantonalen Berufswettkampf, ist Feinschnitt gefragt. Am Start sind Forstwarte, Förster und Waldarbeiter, jeder tritt einzeln an. Es gilt, in möglichst kurzer Zeit die Äste an einem Stamm abzusägen, ohne Schnittstellen zu verursachen oder Stummeln stehen zu lassen. Der Mann mit der Startnummer 16 versucht in mehren Anläufen vergeblich, mit dem Seilzug seine Motorsäge vom Typ Husqvarna 576XP in Gang zu bringen, er wird disqualifiziert. Im Feld der noch 92 Teilnehmer setzt sich nach Kettenwechsel, Kombischnitt, Präzisionsschnitt, Fallkerbe und Asten schliesslich der Bündner Orlando Lerch mit total 1290 Punkten durch. Michael Wagner erreicht als bester Zürcher Rang 9. Muskeln als Blickfang Weiter unten auf dem insgesamt drei Hektaren grossen Sportgelände verfolgt ein neugieriges Publikum den Eurojack-Wettbewerb, einen der internationalen Wettkämpfe des Anlasses. Im Gang ist das sogenannte Liegend-Schroten. Ein 30 Zentimeter dicker Holzkegel muss mit der Axt von zwei Seiten her durchgetrennt werden. Die Zeit wird gestoppt. Am Start sind jeweils fünf Athleten in Serie. Die Späne fliegen. Der Deutsche Simon Himmelsbach schwitzt und benötigt 1 Minute und 16,44 Sekunden. Wie es gelaufen sei, will der Platzspeaker von ihm wissen. Himmelsbach braucht einen Kraftausdruck und fügt an, er habe einfach zu schwach geschlagen. Beifall von den Zuschauern gibt es gleichwohl. Auch Angela aus Küsnacht applaudiert. «Du bis ja nur wegen der Muskeln der Männer hier», sagt ihr Freund Thomas. Res Kappeler aus Meilen ist einer der vielen Hobby-Radfahrer, die das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Er legt auf der Pfannenstiel-Tour eine Pause ein und lehnt im Renndress an sein Sportvelo. «Es gibt hier viel zu sehen, und die Verpflegung ist auch gut», sagt er. Einer der Renner in der Festwirtschaft ist «Holzfällerschinken mit Kartoffelsalat».Zwischen den Wettkampfstätten präsentieren Aussteller Fachartikel für die Förster und Waldarbeiter. Das Angebot umfasst Stretch-Air-Forstarbeiterjacken, Stretch-Air-Schnittschutzhosen mit integrierten Gamaschen als Zeckenschutz oder neu entwickelte Schutzhelme in knalligem Rot-Gelb. Mit einer umfangreichen Sicherheitsausrüstung stürzen sich auch die Teilnehmer am Powersägewettbewerb ins Geschehen. Ein 50 Zentimeter Holzkegel steht auf zwei Stützen, die Wettkämpfer müssen möglichst schnell drei Scheiben davon abtrennen.Res Guggisberg, OK-Chef des Vereins Holzerwettkampf Pfannenstiel, ist mit dem Verlauf des Anlasses hochzufrieden. Dank des schönen Wetters haben sich an den drei Tagen insgesamt rund 10 000 Zuschauer eingefunden. Als kantonaler Kreisforstmeister ist er für die Wälder auf dem Pfannenstiel, der Stadt Zürich und im Glatttal-Süd zuständig, das OK-Chef-Amt führt er ehrenamtlich aus. Stockers Gratulationen Guggisberg kümmert sich auch um die Ehrengäste. «Ich muss noch schnell ein Mikrofon besorgen», sagt er. Das Utensil ist für Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) bestimmt. Der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor gratuliert den Wettkämpfern und hebt in seiner Ansprache die Nachhaltigkeit sowie den wirtschaftlichen Nutzen des Forstwesens hervor. Nach Stockers Worten fliegen im Festzelt wieder die Späne. Diesmal zu fetziger Ländler- und Country-Musik. Dank des schönen Wetters haben sich an den drei Tagen rund 10 000 Zuschauer eingefunden. Am Holzer-Wettkampf auf dem Pfannenstiel zerlegten Berufsförster Baumstämme möglichst schnell in kleine Scheiben. Foto: Kurt Heuberger

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