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Sportmanager – Beruf oder Berufung?

Der Sport bietet immer mehr Jobs, die Ausbildung versucht Schritt zu halten.

Für Trainer gibt es Ausbildungen und Diplome, der Beruf ist inzwischen als solcher anerkannt. Doch wie steht es mit den Sportmanagern? Diese Frage erörterte die Schweizer Vereinigung der Sportmanager (ASMS) an einem Symposium im Hallenstadion. Mit 54 000 Vollzeitstellen, den Sporttourismus nicht eingerechnet, sei der Sport ein bedeutender Arbeitgeber in der Schweiz, rechnete Hans Lichtsteiner vor, der Leiter des Swiss Sport Management Center (SSMC) in Freiburg. Allein für Unterhalt und Betrieb der Sportanlagen seien 20 000 Vollzeitstellen nötig. Das System der Sportvereine und -verbände wäre ohne die Freiwilligen, die das Vierfache der Festangestellten ausmachen, nicht denkbar. Doch Ehrenamtlichkeit ist im Rückgang begriffen. Lichtsteiner nennt als Gründe die Migration, verstärkte Mobilität und den regeren Wechsel von Sportarten. Doch je weniger Freiwillige, desto mehr bezahlte Fachkräfte, also Sportmanager, brauche es. Grundsätzlich sei die klassische Management-Lehre anwendbar, so Lichtsteiner, doch sie bedürfe im Sport einiger Ergänzungen, da die Messung von Erfolg, der Fluss der Finanzströme und die Entscheidungsstrukturen und Hierarchien komplexer seien. Für Quereinsteiger in die Sportwelt bieten das SSMC und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur eine Ausbildung an. An der ZHAW kann man die Zertifikatsstufe erreichen, in Freiburg zusätzlich die Diplom- und Masterstufe. Bisher haben in der Schweiz erst sechs diesen höchsten Status erreicht. Die Teilnahme an allen drei Kursen beläuft sich auf bis zu 29 000 Franken – eine beträchtliche Summe, die längst nicht jeder angehende Sportmanager aufbringen kann oder will. «Sportmanager ist ein erlernbarer Beruf wie jeder andere», ist Robert Blasko, einer der sechs Absolventen, überzeugt. «Sportbegeisterung allein genügt nicht. Es braucht Fachwissen.» Kein klassischer Weg Dass es den klassischen Weg zum Sportmanager indes (noch) nicht gibt, machte die Diskussion von Peter Zahner (ZSC Lions), Georges Perego (GC), Felix Frei (Hallenstadion) und Erika Herzig (Voléro Zürich) deutlich. Learning by Doing sei in diesem Beruf essenziell, betonte Frei, der frühere Lehrer. Er gewichte Management-Erfahrung höher als Diplome, sagte Perego. Zum Abschluss wurde Urs Schneider, der OK-Präsident des Eidgenössischen Schwingfests in Frauenfeld, vom ASMS zum Sportmanager des Jahres ausgezeichnet. Dies, obschon der stellvertretende Direktor des Bauernverbandes festhielt: «Ich bin kein Sportmanager.» Das Berufsbild bedarf also wohl einer weiteren Präzisierung. (sg.)

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