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Stäfner begleitet Stummfilm live mit der Gitarre

Das Wanderkino ist Nostalgie in Reinkultur. Am Freitag lebt sie in der Villa Sunneschy in Stäfa wieder auf.

Von Maria Zachariadis Stäfa – Das waren noch Zeiten: Mobile Kinopioniere, die mit dem Zug oder abenteuerlich mit dem Töff und Projektor aufs Land fuhren, um im Säli des Hirschen oder auf dem Dorfplatz die Filme zum Publikum zu bringen. Solch nostalgisches «Kino zum Anfassen» möglich macht seit einigen Jahren das Wanderkino und bietet damit eine erfreuliche Alternative zu den herkömmlichen Open-Air-Kinos. In Zusammenarbeit mit der Villa Sunneschy veranstalten die Wanderkinobetreiber das erste Open-Air-Lichtspieltheater, wie sie ihren Filmabend nennen, im Stäfner Kehlhof am See. «Der Anlass findet beim Einnachten unter freiem Himmel statt und soll die Sommersaison bei uns einläuten», sagt Harry Muntener von der Villa Sunneschy. Bei Regen wird das Ganze in einen eigens für das Kinovergnügen nostalgisch hergerichteten Raum verlegt. Film «live» vertonen Der Stäfner Gitarrist Attila Vural wird den Stummfilm «Der letzte Mann» von Friedrich Murnau am Filmabend musikalisch begleiten. Der Regisseur ist vor allem für seine Verfilmung von «Nosferatu» bekannt. Vural ist ein Fan des deutschen Regisseurs. «Murnau hatte die Fähigkeit, mit rein filmischen Mitteln eine Geschichte zu erzählen, sodass er in diesem Film fast ganz auf Zwischentitel verzichten konnte», sagt Vural, der an den letztjährigen Musikfestwochen in Winterthur «Der letzte Mann» live «vertonte». «Das war eine spannende Erfahrung und ein Auftritt, bei dem nicht ich, sondern der Film im Mittelpunkt stand», sagt er zur damaligen Aufführung. Instrumente selber gebaut Er entwirft seine Instrumente selber und bespielt mittlerweile zehn Gitarren. Sie verfügen über 6, 8 und 12, das zweihalsige Modell gar über 14 Saiten. Der Stäfner, der mit Soloprogrammen auf der ganzen Welt auftritt, ist ein Meister der Improvisation. Das kommt seiner Filmbegleitung zugute, muss er doch die Stimmungen der Szenen klanglich betonen. Er wird dies mit seinem achtsaitigen Hauptinstrument, das er immer wieder perkussiv benützt, umsetzen. Klassische Einflüsse, Jazzelemente und auch mal eine Ländlerfrequenz werden dem Stummfilm einen Abend lang eine eigene Sprache schenken. So wie das früher die Kinopioniere meist auf einem Klavier taten. Lichtspieltheater, Freitag, 17. Juni, bei der Villa Sunneschy, ab 21.30 Uhr.

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